Lindenfels/Heidelberg

Uni-Klinik Heidelberg schließt MVZ Lindenfels zum Jahresende

Zum 31. Dezember soll das MVZ in Lindenfels geschlossen werden. Wie soll es mit der ärztlichen Versorgung weitergehen?

Aus wirtschaftlichen Gründen soll das medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Lindenfels zum 31. Dezember schließen. Foto: Thomas Neu
Aus wirtschaftlichen Gründen soll das medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Lindenfels zum 31. Dezember schließen.

Das Universitätsklinikum Heidelberg will das medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Lindenfels zum 31. Dezember 2024 aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Wie der Kreis Bergstraße in einer Pressemitteilung erklärt, wurde das Personal der Einrichtung sowie die Spitzen der Stadt bereits entsprechend informiert. Das MVZ bietet aktuell hausärztliche Leistungen im Burgstädtchen an und wird über das Kreiskrankenhaus Bergstraße, das zum Universitätsklinikum Heidelberg gehört, betrieben.

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„Jetzt an einem Strang ziehen“

„Das MVZ ist ein wichtiger Baustein für eine ortsnahe medizinische Versorgung in Lindenfels“, erklärt Landrat Christian Engelhardt. „Deshalb hatten wir uns dafür eingesetzt, dass die ursprünglich am Luisenkrankenhaus beheimatete Praxis an einem anderen Standort in Lindenfels weitermachen kann“. Nun sei es aber Zeit, eine neue Lösung zu finden: „Daher rufen die Erste Kreisbeigeordnete Beckenbach, die als Dezernentin nun für das Thema zuständig ist, und ich alle lokal Verantwortlichen und Engagierten dazu auf, jetzt an einem Strang zu ziehen und gemeinsam intensiv an einer Alternative zu dieser drohenden Schließung zu arbeiten.“

Wie soll die Versorgung in Lindenfels künftig aussehen?

Laut der Pressemitteilung des Kreises Bergstraße gäbe es bereits "verschiedene Hoffnungsschimmer". So stünden Interessenten bereit, die sich mit verschiedenen Konzepten vorstellen können, die hausärztliche Versorgung in Lindenfels in die Zukunft zu führen. Den Kontakt zwischen den Interessenten und den Verantwortlichen der Universitätsmedizin Heidelberg hatte der Landrat bereits vermittelt. Aber: „Einem Interessenten ist es zum Beispiel als Hauptproblem – angesichts des gravierenden Fachkräftemangels – bisher nicht gelungen, eine für das Konzept notwendige halbe Arzt-Stelle zu besetzen“, bedauert der Landrat, der gleichzeitig eine Zusage macht: „Der aktuell vom Kreis Bergstraße gezahlte Zuschuss zur Miete der aktuellen Räumlichkeiten des MVZ wird für einen mittelfristigen Zeitraum weitergezahlt werden, wenn eine Übernahme der bestehenden Praxisräumlichkeiten durch eine neue Arztpraxis gelingt.“

Zudem soll Landrat Engelhardt bereits ein Gespräch mit den Spitzen der kassenärztlichen Vereinigung Hessen geführt haben, um diese über die Situation zu informieren. Schließlich ist die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung eine Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung, die demnach auch beteiligt wäre, wenn nun Arztsitze in Lindenfels frei werden sollten.

Stellungnahme der CDU Lindenfels

Mit großer Bestürzung reagiert auch der Stadtverband der CDU Lindenfels auf die Ankündigung des MVZ. „Lindenfels braucht eine unmittelbare und nachhaltige Lösung, kein Bürger darf Angst haben, krank zu werden“, gibt CDU-Bürgermeisterkandidat Rico Schrot in der Stellungnahme bekannt. Er sieht Bürgermeister Helbig und den ersten Stadtrat Maximilian Klöss jetzt in der Verantwortung. „Es kann nicht sein, dass die gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit immer nur auf andere Ebenen abgewälzt werden.“ Bürgermeister Helbig und der erste Stadtrat Klöss hätten selbst genügend Spielraum, so Schrot weiter, um eine sichere medizinische Versorgung vor Ort zu gewährleisten.