Gorxheimertal

Welche Themen Bürgermeisterkandidat Frank Kohl am Herzen liegen

Am 8. Oktober steht Gorxheimertal vor der Wahl: Wer wird die Nachfolge von Uwe Spitzer antreten? Kandidat Frank Kohl umreißt seine Ziele und verrät, wo er für Gorxheimertal noch Potenzial sieht

Ein strahlender Frank Kohl (Zweiter von rechts): Auch bei seinem Rundgang durch Gorxheim brachte er wichtige Anregungen mit. Das Bild zeigt außer dem Kandidaten unter anderem noch Ehefrau Claudia (rechts) und Tochter Hannah (links). Foto: Fritz Kopetzky
Ein strahlender Frank Kohl (Zweiter von rechts): Auch bei seinem Rundgang durch Gorxheim brachte er wichtige Anregungen mit. Das Bild zeigt außer dem Kandidaten unter anderem noch Ehefrau Claudia (rechts) und Tochter Hannah (links).

Als Frank Kohl von seinem Rundgang durch Gorxheim zum abschließenden Treffpunkt am Feuerwehrhaus zurückkehrt, strahlt er über das ganze Gesicht. Es ist eine kleine Gruppe, die sich um den Stehtisch aufgestellt hat, darunter seine Frau Claudia und seine Tochter Hannah. Komplettiert wird der Kreis von Freunden und Helfern, die den 46-Jährigen bei seinem Kampf um das Bürgermeisteramt unterstützen.

„Das Wetter hat gepasst und ich habe wieder tolle Gespräche geführt. Es ist ein schönes Gefühl, wie offen sie mir gegenüber sind“, berichtet Kohl. Nicht alle Gespräche hätten unmittelbar mit Politik oder Verwaltung zu tun gehabt, sondern ihm seien durchaus auch private Probleme anvertraut worden – wie immer sei er fast überall zu dem einen oder anderen Getränk eingeladen worden.

Im Gespräch mit unserer Redaktion reißt der Kandidat zunächst ein Thema an, zu dem er selbst als Gemeindevertreter oder in anderen Funktionen einiges beigetragen hat: die Nutzung regenerativer Energien. „Die Flächen auf den Dächern unserer gemeindlichen Liegenschaften wurden für Photovoltaikanlagen verpachtet“, sagt Kohl und zählt Bürgerhaus, Rathaus, Kita und die Mehrzweckhalle in Trösel auf. Zudem verfüge der Bauhof über eine Pelletheizung. Beim Bau der Kita Erlebnisland habe er selbst darauf gedrängt, dass sie in Passivhausbauweise errichtet worden ist.

Beim Rundgang durch Gorxheim habe er gesehen, dass schon etliche Privathäuser mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet sein, aber dennoch reichlich Kapazitäten ungenutzt blieben. „Eigentlich brauchen wir so viel Photovoltaik wie möglich, weil wir hier keine Windräder betreiben können. Die Windhöffigkeit ist einfach zu gering und die Abstandsflächen können nicht eingehalten werden.“

Dass Frank Kohl überzeugter Sozialdemokrat ist und für die SPD bereits in vielen Funktionen Verantwortung übernommen hat und noch immer trägt, weiß im Tal beinahe jedes Kind. Deshalb sei ihm auf seinen Rundgängen immer wieder die Frage gestellt worden, warum er nicht als Kandidat der SPD antritt.

„Als Bürgermeister möchte ich ein Ansprechpartner für alle sein“, erklärt Kohl. Außerdem handele es sich bei einer Bürgermeisterwahl um eine reine Persönlichkeitswahl, bei der eine Parteizugehörigkeit keine Rolle spiele. Auf der anderen Seite profitiere er aber auch von seinem langjährigen Engagement für die Partei. „Ich konnte mir dadurch ein großes Netzwerk aufbauen, nicht nur in Gorxheimertal“, sagt Kohl. „Dass ich neutral handeln kann, habe ich in den vergangenen eineinhalb Jahren unter Beweis gestellt.“

Sorgen um den ruhenden Verkehr

Sorgen bereitet dem Kandidaten der ruhende Verkehr. „Auf den Gehwegen ist die Situation nicht so, wie sie sein sollte“, beschreibt Kohl den Zustand noch vorsichtig. Fußgänger müssten häufig um Fahrzeuge herumgehen, was besonders für Schulkinder, aber auch für ältere Menschen ein großer Gefahrenherd sei. „Aus eigener Erfahrung weiß ich auch, wie gefährlich es ist, mit einem Zwillingswagen um parkende Autos herumgehen zu müssen“, sagt der 46-Jährige, selbst Vater von Zwillingen. Aus der Bevölkerung wurde daher der Wunsch nach verstärkten Kontrollen geäußert.

Im Fall seiner Wahl wolle er sich um dieses „zentrale Thema“ kümmern, denn: „Der Bürgermeister ist kraft Amtes ja auch Chef des Ordnungsamtes.“ Nachdenklich fügt er hinzu: „Nicht auszudenken, wenn Rettungskräfte bei einem dringenden Einsatz durch Falschparker behindert werden und dadurch jemand zu Tode kommt.“

Seniorenheim fehlt

Beim Thema Kindertagesstätte hellt sich Kohls Miene dann aber schlagartig wieder auf. „Wir haben bei der Kita Erlebnisland vor allem darauf geachtet, dass die möglichst früh geöffnet hat. Mit Öffnungszeiten von 7 bis 17 Uhr erfüllen wir unseren sozialpolitischen Auftrag.“ Zum Bereich der Schule merkt der Kandidat an, dass die Schüler anstatt nach Weinheim wieder verstärkt ans Überwald-Gymnasium in Wald-Michelbach gehen. Als wünschenswert bezeichnet er eine noch engere Kooperation zwischen Schule und Vereinen: „Dadurch könnten wir die Kinder frühzeitig an die Vereine heranführen.“ Davon profitierten letztlich beide Seiten.

Nicht ganz so gut gestalte sich die Situation für die älteren Mitbürger. Was augenfällig fehlt, ist ein Seniorenheim in der Talgemeinde. „Der Bedarf ist zweifellos da. Was wir bräuchten, wäre die Fläche, ein Investor und ein Träger.“ Wegen des fehlenden Heims in Gorxheimertal gebe es in der Gemeinde auch keine Möglichkeit für die Kurzzeit- und Tagespflege. Hier müsse man auf die Angebote in Weinheim sowie Siedelsbrunn und weiter in den Überwald zurückgreifen.

Mehr Bürgerbeteiligung

Eine Herzensangelegenheit ist für Kohl die Bürgerbeteiligung. Die möchte er nach der Corona-Zwangspause wieder forcieren. Dabei denkt er vor allem an Maßnahmen des Naturschutzes. Streuobstwiesen, die brach liegen, wieder auf Vordermann zu bringen, nennt er dabei als Beispiel, für wie bedeutsam er die Renaturierung insgesamt hält.

Und wie will er sein Amt führen? „Bürgermeister zu sein ist keine One-Man-Show, sondern er ist Teil einer Teamsportart.“ Alle Beteiligten – die Verwaltung, die Mitarbeiter der Kita und des Bauhofs sowie die gemeindlichen Gremien – müssten ihren Anteil zum Fortkommen leisten. „Der Bürgermeister ist der Spielführer, aber kein König“, unterstreicht er.