Wer hat die beste Kerwe im Odenwald?
Der Verein „WasJetzt Odenwald“ will von seinen Followern wissen, wo es im Odenwald die beste Kerwe gibt - und wird von der Resonanz ziemlich überrascht. Mit Blick auf die Zukunft bleibt es beim Motto: Was jetzt?
Kirmes, Kirwa, Kerwa, Kärwa, Kirb, Kerb, Kerm oder Kilbi: Für eine Kirchweih gibt es je nach Region unterschiedliche Bezeichnungen. Im Odenwald ist ganz klar von der Kerwe die Rede. Es spielt keine Rolle, wie groß oder klein die Stadt oder der Ortsteil ist, in dem sie stattfindet: Das Volksfest gehört einfach dazu und ist für viele Odenwälder ein Höhepunkt im Jahr. Doch: Wer hat eigentlich die beste Kerwe im Odenwald? Genau das wollten Theresa Bartmann und ihrem Team von „WasJetzt Odenwald“ herausfinden.
Wie beliebt das Thema ist, spürte der Verein Anfang des Jahres, als auf der eigenen Webseite und in den Social-Media-Kanälen auf Facebook und Instagram ein Artikel über die Kerwen im Odenwald veröffentlicht wurde. „Die Auflistung kam richtig gut an und wir haben zig Nachrichten bekommen. Das Feedback war toll“, erinnert sich Bartmann.
Das „WasJetzt Odenwald“-Team überlegte sich, was sie aus der Resonanz machen könnten - so entstand die Idee mit dem Kerwe-Voting. Mit der Brauerei Schmucker wurde schnell ein Partner für den Wettbewerb gefunden. „Anfangs verlief der Zulauf an Anmeldungen etwas zögerlich, die meisten kamen eher auf den letzten Drücker“, verrät Bartmann. Als die Teilnehmer in den sozialen Netzwerken des Vereins veröffentlicht wurden, wurde der Wettbewerb zum Selbstläufer. „Am ersten Tag haben wir noch Anmeldungen zugelassen, aber wir mussten damit dann aufhören und manche auf das nächste Jahr vertrösten. Wir dachten schon, dass der Wettbewerb gut ankommt, aber nicht so gut.“
Jedes Like entscheidet
Von Nieder-Liebersbach über Heppenheim-Sonderbach, Lauten-Weschnitz, Rimbach und Affolterbach bis hin zu Wald-Michelbach, Aschbach, Hammelbach: Zahlreiche Ortschaften und Städte wurden für das Voting angemeldet und erhalten von den Usern nach wie vor fleißig Likes. Schnell kam auch in der Community natürlich der Verdacht auf, dass es vielleicht an der ein oder anderen Stelle nicht mit rechten Dingen zugeht. Doch wie der Verein mehrmals darauf aufmerksam machte, sollen am Ende alle abgegebenen Stimmen durch einen Filter auf gekaufte Likes überprüft werden.
So oder so, das Voting ist ein voller Erfolg geworden und für Bartmann ist durchaus vorstellbar, das Voting-Konzept vielleicht auch auf andere Fest auszuweiten, etwa auf Weihnachtsmärkte. „Wir brauchen natürlich Kooperationspartner und sind als Verein immer auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten“, betont sie und verweist auf eine neue Option: Über einen Antrag, der auf der Homepage von „WasJetzt Odenwald“ zu finden ist, können Interessenten als Fördermitglieder den Verein unterstützen.
Nicht nur wegen der großen Resonanz auf das Kerwe-Voting will sich das Team rund um die beiden Gründer Bartmann und Sebastian Theobald künftig verstärkt auf das Thema Veranstaltungen konzentrieren. „Unser Ziel ist ein Veranstaltungskalender, für den sich die Menschen bei uns melden und über einen standardisierten Prozess ihre Events bei uns eintragen können. Wir überprüfen dann die Inhalte und geben sie für Social Media frei. Das wird ein größeres Projekt, aber wir haben auch noch viele andere Ideen“, so Bartmann. Man sei im ständigen Austausch mit Firmen, Institutionen und Vereinen, „langweilig wird es garantiert nicht“.
Ziel erreicht
„WasJetzt Odenwald“ wurde mit Beginn der Pandemie gegründet, um Firmen im Odenwald eine Online-Plattform anzubieten. Rückblickend betrachtet kann die Mitgründerin bestätigen: „Wir haben unser Ziel erreicht. Das haben wir schon damals beim Start gemerkt anhand der Anmeldungen, die bei uns eingegangen sind.“ Mit dem einfach gehaltenen Prozess konnten viele Unternehmer mit ins Boot geholt werden, „die vorher Angst hatten, sich online zu zeigen oder die keinen Bedarf gesehen haben“.
Und dann kam der Berufsalltag wieder
Lief das Projekt anfangs auf freiwilliger und ehrenamtlicher Basis, bemerkten Bartmann, Theobald und ihre vielen Mitstreiter mit dem Ende der Pandemie und dem Auslaufen der Corona-Beschränkungen, dass sie der Berufsalltag wieder einholt. „Wir hatten automatisch weniger Zeit. Also haben wir uns zusammengehockt und über die Zukunft des Projektes gesprochen.“ Der Wunsch nach der Gründung eines Vereins, um auch mehr Fördermöglichkeiten zu erhalten, ist mittlerweile in Erfüllung gegangen. Doch dabei soll es nicht bleiben, wie Bartmann erklärt. „Wir suchen nach einer Teilzeitkraft, die uns im Social-Media-Bereich und bei der Weiterentwicklung der Plattform unterstützt. Das ist einfach zielführender, wenn dauerhaft jemand beschäftigt ist, als wenn wir das weiterhin in unserer Freizeit machen.“
Stillstand soll es beim Verein nicht geben, und so gehört zum Blick in die Zukunft auch immer der Blick in die Gegenwart und Vergangenheit: „Unser Marktplatz hat nicht so die Rolle eingenommen, wie wir dachten. Gleichzeitig haben wir gemerkt, was uns ausmacht: Infos weitergeben. Was passiert, welche Ausflugsziele gibt es und was hat der Odenwald noch zu bieten? Die Unternehmen gehören natürlich dazu, aber es gibt noch viele andere Dinge, und darin sehen wir ein großes Potenzial.“
Es wird also auch weiterhin in Zukunft lauten: Was jetzt, „WasJetzt Odenwald“?
Info: Die Kerwe-Abstimmung läuft noch bis Montag, 1. Mai. Es kann mit einem Like für die jeweilige Kerwe abgestimmt werden. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt auf den Social-Media-Kanälen des Vereins.