Fahrbahnsanierung

Endspurt für Arbeiten in der Weinheimer Bahnhofstraße

Die Sanierungsmaßnahme soll früher fertig sein als ursprünglich geplant. Ein Besuch auf der Baustelle.

Mit dem Asphaltverteiler wird das 160 Grad heiße Baumaterial auf die Straße aufgetragen. Gleitkufen passen sich dabei an die Enden der Fahrbahn an. Foto: Kathrin Oeldorf
Mit dem Asphaltverteiler wird das 160 Grad heiße Baumaterial auf die Straße aufgetragen. Gleitkufen passen sich dabei an die Enden der Fahrbahn an.

Weinheim. Trotz des Baustellenlärms ist der Piepton des großen Lasters von Weitem zu hören. Rückwärts koppelt er an das wuchtige Verteilerfahrzeug an, in das er den dampfenden, 160 Grad heißen Asphalt kippt. In dessen Fertiger angekommen, wälzt eine Schnecke das Baumaterial durch. Gleitkufen passen sich an die Enden der Fahrbahn an und sorgen dafür, dass das Baumaterial gleichmäßig auf der Bahnhofstraße verteilt wird. Schon stehen die tonnenschweren Walzen parat, die den Asphalt zu einer einheitlichen Schicht platt drücken.

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Mit den Arbeiten an der Fahrbahnoberfläche befindet sich die Sanierung der unteren Bahnhofstraße auf der Zielgeraden. Bereits am kommenden Mittwoch, spätestens am Donnerstagmorgen, soll die Maßnahme abgeschlossen sein, erklärt Bauleiter Björn Erb von der Firma Michael Gärtner. Nötig wurde diese, da die Fahrbahn über die Jahre in einen äußerst desolaten Zustand gekommen war.

Damit wäre sie eineinhalb Wochen vor dem geplanten Datum fertig – also ein ganzes Stück früher als gedacht. Und deutlich früher als von vielen Geschäftsleuten und Bürgern noch bis Anfang des Jahres befürchtet. Denn ursprünglich sollten die Bauarbeiten tiefer im Untergrund stattfinden. Üblicherweise werden solche tiefgreifenden Maßnahmen dann gleich für etwa Kanalsanierungen und Leitungsverlegungen genutzt. Das hätte laut Planung mindestens dreieinhalb Monate gedauert. Nach Protesten aus dem Handel und Diskussionen im Gemeinderat wurden Alternativen geprüft, um die beschädigte Straße wieder auf Vordermann zu bringen. Heraus kamen die Asphaltierungsarbeiten. „Eigentlich ist es mit 170 Metern Länge und 360 000 Euro Kosten eine eher kleine Baustelle“, erklärt Tiefbauamtsleiter Udo Wolf vor Ort. „Aber sie trifft eine Hauptschlagader des innerstädtischen Verkehrs.“ Das Verständnis der ansässigen Geschäfte wisse er sehr zu schätzen. Ebenso die Geduld der Verkehrsteilnehmer, die während der Arbeiten Umleitungen in Kauf nehmen mussten. Diese Verbundenheit drücken auch alle anderen Beteiligten bei einer Baustellenbegehung aus. Seit 13. März wird vor den Türen der Läden fleißig gearbeitet. Zunächst mussten die alten Asphaltschichten abgetragen werden, erklärt Stefan Ambiel vom zuständigen Ingenieurbüro Albrecht. Dafür bissen sich die Baggerschaufeln einmal die Straße entlang.

Dabei kamen 750 Kubikmeter Asphaltschicht zusammen, die teilweise wieder recycelt und der Maßnahme zugeführt wurden. Abzüglich 350 Tonnen Bausubstanz, die mit der heute verbotenen Chemikalie PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) belastet war. Nach dem Auskoffern mussten auch acht Schiebergestänge, also Verbindungen zwischen Oberfläche und Rohren im Untergrund, durch die Stadtwerke ausgetauscht werden. An diesen waren altersbedingte Schäden festgestellt worden. „Dafür waren Punktgrabungen nötig, die uns insgesamt eine Woche gekostet haben. Sonst wären wir sogar noch vor Ostern fertig geworden.“

Derzeit werden nun die insgesamt 36 Zentimeter starken Asphaltschichten aufgetragen, wie Projektbetreuer Christian Wind vom Tiefbauamt erklärt.

Die höchste von ihnen, die Tragschicht, ist bereits fertig. Sie bildet quasi das Fundament der drei Ebenen und schützt die Unterlage während der Bauausführung schnell und wirksam gegen Niederschläge. Momentan drücken die elf und vier Tonnen schweren Walzen die Binderschicht platt. Diese glättet Unebenheiten der Tragschicht aus und soll später Verformungen durch die Krafteinwirkung (Schubspannungen) aus dem Straßenverkehr verhindern.

Es geht auf die Zielgerade zu

Zu guter Letzt muss noch die dritte Schicht, die sogenannte Deckschicht, aufgetragen werden. Sie ist mit nur vier Zentimetern Dicke die einzige Ebene, die später sichtbar ist. Die Deckschicht schirmt die unteren Asphaltebenen gegen Witterung und Verkehr ab. Außerdem soll sie durch ihre Beschaffenheit eine verkehrssichere Oberfläche bieten.

Bereits am kommenden Mittwoch startet der Endspurt. Die Fahrbahnmarkierungen werden angebracht. Zudem müssen noch die Induktionsschleifen vor den Ampeln installiert werden. Diese sind Metalldrähte, die stehende Autos erkennen und dann ein Signal an die Ampel senden. So erfährt diese, ob gerade ein Fahrzeug an der Kreuzung wartet und sie auf Grün schalten muss. Zum letzten Feinschliff gehört auch, die Randfugen auszugießen. Nach der großflächigen Arbeit mit den wuchtigen Walzen eher Präzisionsarbeit.

Dass die Straßensanierung so schnell über die Bühne geht, begründet Bauleiter Björn Erb mit dem Arbeitseifer seiner Mitarbeiter. Die äußeren Umstände seien mit starkem Regenfall und Kälte nicht die besten gewesen. „Trotzdem hat die Firma es geschafft, ein ordentliches Tempo vorzulegen“, so Bauingenieur Stefan Ambiel.