Schmutziger Donnerstag

Krawatten ab: Stürmische Besuche in Hemsbach, Laudenbach und Hirschberg

Am Schmutzigen Donnerstag wird es in den Rathäusern in Hemsbach, Laudenbach und Hirschberg laut, bunt und närrisch. Kinder und Hexen sorgen für besondere Momente.

Die Apfelbachhexen erbeuteten Krawatten und einen großen Rathausschlüssel. Foto: Stadt Hemsbach
Die Apfelbachhexen erbeuteten Krawatten und einen großen Rathausschlüssel.

Hemsbach/Laudenbach/Hirschberg. Heiterkeit, Frohsinn und abgeschnittene Krawatten: Von diesen drei Grundbestandteilen eines klassischen Rathaussturms am Schmutzigen Donnerstag berichten jetzt eben jene Rathäuser.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

In Laudenbach statteten die Kleinen des katholischen Kindergartens „Abenteuerland“ der Verwaltung einen Besuch ab und sangen: „Oben gute Laune, unten gute Laune – gute Laune einfach überall“. Die Belegschaft war verkleidet, und auch Bürgermeister Benjamin Köpfle zeigte sich in einem kleidsamen, durchaus auffälligen Jackett, zu dem er eine eher schlichte Krawatte kombinierte. Auf die hatten es die kleinen Besucher abgesehen. Doch zuvor setzten sie mit Rasseln, Trommeln, Kostümen und viel guter Laune eine laute Parade vor dem Rathaus in Bewegung; auch Köpfle konnte sich deren Charme nicht entziehen und machte mit. Zum krönenden Abschluss schnitten die Kinder dem Rathauschef dann die weiß-goldene Krawatte ab. Die Beute sicherten sie an der Spitze ihres Wagens unter einem Bürgermeister-Porträt und zogen zurück in den Kindergarten.

Die Apfelbachhexen erbeuteten Krawatten und einen großen Rathausschlüssel. Foto: Gemeinde Hirschberg
Die Apfelbachhexen erbeuteten Krawatten und einen großen Rathausschlüssel.

„Hex Hex Helau!“

Später am Tag suchte ein Trupp Hexen das Hemsbacher Rathaus auf beziehungsweise heim. „Hex Hex Helau!“ schallte es durch die Räume des ehemaligen Rothschildschlosses. Bürgermeister Jürgen Kirchner erwartete die Besucherinnen schon. Erst einmal gab es eine Runde Sekt, dann ein Knäuel „Geduldsfäden“ für Tina Pittner vom Vorzimmer und schließlich die „Leviten“. Die fielen nicht allzu drastisch aus: „Oberhexe“ Maria Adamik erklärte, dass der „Bojemoschda ja eh net allzu viel zu lache“ habe, „wesweje wir heit ä Freid dir mache!“ Überhaupt sei der Job eines Rathauschefs kein einfacher, nicht nur wegen des „Einbahnstraßen-Gekeifes“, sondern auch, weil „er sich sehe losse muss jeden Monat, dass jo keena mosert.“ Dann wurden die Gläschen mit den bunten Pillen fürs Wohlbefinden des Bürgermeisters aufgefüllt, dazu gab es einen guten „Roten“.

„Jetzt sind die Hexen los, schalalalala“ – das war der Schlachtruf, mit dem sich die Apfelbachhexen in Hirschberg bemerkbar machten. Zielstrebig steuerten die Närrinnen das Büro von Rathauschef Ralf Gänshirt an, dessen Krawatte ebenso in die Hände der Damen fiel wie der überdimensionierte Schlüssel zum Gebäude. Doch hatte der Überfall auch sein Tücken, denn mancher Rathausmitarbeiter hatte seinen Schlips mit Draht präpariert. Letztlich übernahmen dann doch die Hexen das Kommando, und zwar „mit Feuer und Herz“, wie Apfelbachhexe Heike Rohr-Tomuschat betonte. Zur Stärkung gab es Krapfen, Sekt und Laugenteilchen – und die Vorfreude auf kommendes Jahr.