Landesehrennadel für Roland Heinzelbecker
Der SG-Ehrenvorsitzende wird vom Land Baden-Württemberg ausgezeichnet. Hemsbachs Bürgermeister Jürgen Kirchner hält die Laudatio.
Es hat sein Leben bereichert und bereitete ihm viel Spaß. Zudem sorgte es dafür, über den Tellerrand hinauszublicken. Der 76-jährige Roland Heinzelbecker schwärmt vom Ehrenamt und hat es selbst in vorbildlicher Weise gelebt. Am Freitag wurde der SG-Ehrenvorsitzende im Gewölbekeller des Rathauses mit der Ehrennadel des Landes ausgezeichnet. Die Überreichung von Urkunde und Nadel übernahm der SPD-Landtagsabgeordnete Sebastian Cuny, die Laudatio hielt Hausherr und Bürgermeister Jürgen Kirchner. Derartige Auszeichnungen werden Bürgern verliehen, die sich durch mindestens 15 Jahre lange ehrenamtliche Tätigkeit in Vereinen und Organisationen mit kulturellen, sportlichen oder sozialen Zielen um die Gemeinschaft besonders verdient gemacht haben: „Du, lieber Roland, hast diese Messlatte 15 Jahre mehrfach erreicht. Und das gleich in mehreren Funktionen in mehreren Vereinen. Das erste Mal übrigens im Jahr 1996 im Posaunenchor. Heute verbindet man deinen Namen eher mit der SG. Nicht wenige bezeichnen dich als Mister SG, deren Ehrenvorsitzender du seit 2019 bist“, sagte Kirchner.
Ein Profi der Auszeichnungen
Was Ehrungen betreffe, sei Heinzelbecker ein Profi: 2001 bekam er die Bürgermedaille der Stadt Hemsbach, 2005 die DFB-Verbandsehrennadel in Bronze. Im gleichen Jahr wurde er Ehrenbachgässler und erhielt die silberne SG-Ehrennadel für 25-jährige Mitgliedschaft. Spreche man in Hemsbach von der Sportgemeinde, falle fast immer sein Name, und fast immer im Zusammenhang mit dem Fußball, den er so leidenschaftlich liebe. Von 1995 bis 2001 leitete er die Fußballabteilung, bevor er von 2001 bis 2003 als stellvertretender Vorsitzender und von 2003 bis 2019 als Vorsitzender des Vereins im Amt war. „Die Sportgemeinde wäre nicht der Verein, der er heute ist, ohne Roland Heinzelbecker“, lobte der Bürgermeister. Die SG zähle gut 1200 Mitglieder, davon die Hälfte Jugendliche, viele Sportler mit Migrationshintergrund. Der Verein sei integrationsstark und decke mit seinen nahezu lückenlosen Angeboten so gut wie alle sportlichen Ansprüche sämtlicher Altersklassen ab. Zudem habe der Geehrte den Verein damals aus dem „finanziellen Tal der Tränen herausgeführt und wieder auf gesunde Beine gestellt. Wer weiß, wie die Zukunft der SG ohne dich verlaufen wäre.“
Viel Zeit und Ideen investiert
Über Jahre hinweg habe Heinzelbecker ein außerordentliches Engagement gezeigt: „Du hast dich dem Sport, vor allem dem Fußball, verschrieben. Der Erhalt des Sportgeländes an zentraler Stelle war dir wichtig, genauso wie die Sanierung der Sportanlage und die Anlage eines Kunstrasenplatzes mit Tartanbahn im Zuge der Gestaltung des neuen Bürgerparks. Die neuen Kunstrasenplätze waren ein Meilenstein für die SG, auf jeden Fall aber unerlässliche Voraussetzung für den Bau der beliebten Alla-hopp-Anlage.“ Heinzelbecker habe stets viel Zeit, Energie und Ideen investiert. „Aber du hast dich von vielen anderen darin unterschieden, dass du nicht bloß geredet, sondern immer an vorderster Front selbst agiert hast. Du bist ein Mann der Worte und der Taten, ein Vorbild eben, dem viele nacheifern sollten, aber nur wenige es tun. Du bist jemand, der immer mittendrin statt nur dabei war, mittendrin mit deiner Kompetenz und deinem Sachverstand, die du in jede Diskussion eingebracht hast. Und der Erfolg gibt dir Recht. Und dein Erfolg zeigt auch, was man mit bürgerschaftlichem Engagement alles bewirken und möglich machen kann, nicht für dich, sondern für das Gemeinwesen, für unsere Stadt. Und ich muss sagen, ich bin sehr froh, dass es in Hemsbach noch mehr Menschen gibt, die, wie du sind, lieber Roland“, betonte Kirchner. Sein Dank galt auch Heinzelbeckers Ehefrau Karola sowie SG-Ältestenratsvorsitzendem Reinhard Müller, der diese Ehrung ins Rollen gebracht hatte.
Der Landtagsabgeordnete Cuny würdigte ebenfalls den vorbildlichen Einsatz im kulturellen, sportlichen und sozialen Bereich: „Gerade in Zeiten, wo es auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt ankommt, ist dies wichtig.“
Schon früher Dankeschön sagen
SG-Ehrenvorsitzender Heinzelbecker hat dies alles gerne gemacht. Wichtig in dieser Zeit waren seine Wegbegleiter.
An erster Stelle nannte er seine Frau Karola, die ihm die Freiheit gelassen habe. Weitere Wegbegleiter bei der SG seien Reinhard Müller sowie die Finanzfachleute Thomas Gräber, Christian Niedermayer und Walter Metz gewesen. Nicht zuletzt lobte er Erwin Dein, der sich speziell bei der Klubhaussanierung eingebracht hatte.
Das Ehrenamt hält Heinzelbecker für ganz wichtig in er Gesellschaft: „Das Elternhaus bringt das mit sich. Sozial erzogen zu werden, ist dabei wichtig“, sagte der 76-Jährige. Diese Wertschätzung für das Ehrenamt habe auch er im Elternhaus erfahren. Heinzelbecker selbst beschrieb sich als Mann, „der keine halben Sachen macht“. Da ihn das Ehrenamt geprägt hat und so wichtig für die Gesellschaft ist, hatte er einen Tipp an den Rathauschef: mehr Werbung fürs Ehrenamt machen. „Ein Dankeschön zwischendurch ist besser als eines erst am Ende“, meinte er. Diesen Punkt will Bürgermeister Kirchner gerne aufgreifen, versicherte er seinem Freund Roland. Lob gab es anschließend auch vom einstigen zuständigen Mann der Finanzen bei der SG, Walter Metz. Er bezeichnete „Roland als sein Vorbild für den Einsatz im Verein“.
Mit einem weiteren Lied von Tobias Meyer endete die kleine Feierstunde im Hemsbacher Rathaus.
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