Nahverkehr

Verbesserungen in Busliniennetz Weinheim geplant

Der Weinheimer Gemeinderat empfiehlt einstimmig eine neue Linie von Ritschweier über Hohensachsen nach Großsachsen und spricht sich für die Anbindung der Linie 632 an den Laudenbacher Bahnhof aus.

Die Buslinien 632 und 632A sollen in Zukunft nicht nur pünktlicher sein, sondern auch am Bahnhof in Laudenbach (Bild) halten. Der Weinheimer Gemeinderat befürwortete diese Woche diese Änderung, zumal damit auch gleich eine Verbesserung der Anbindung von Ritschweier umgesetzt werden soll. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Die Buslinien 632 und 632A sollen in Zukunft nicht nur pünktlicher sein, sondern auch am Bahnhof in Laudenbach (Bild) halten. Der Weinheimer Gemeinderat befürwortete diese Woche diese Änderung, zumal damit auch gleich eine Verbesserung der Anbindung von Ritschweier umgesetzt werden soll.

Weinheim/Bergstraße. Der Gemeinderat hat sich diese Woche einstimmig für zwei Änderungen im Busliniennetz Weinheim ausgesprochen. Einerseits ist mit der neuen Kleinbuslinie 636 die Anbindung von Ritschweier über Hohensachsen an Großsachsen geplant. Andererseits soll künftig die Linie 632 an den Bahnhof Laudenbach angebunden und dabei auch die Pünktlichkeit auf dieser Strecke verbessert werden.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Umsetzungstermin noch unklar

Wann diese Beschlüsse umgesetzt werden, steht allerdings noch nicht fest. Sowohl der Rhein-Neckar-Kreis und der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) als auch die Kommunen Hemsbach und Laudenbach müssen sich diesem Vorschlag zuerst anschließen. Aber die Zustimmung gilt als wahrscheinlich, auch wenn dadurch Mehrkosten für den Kreis und die betroffenen Kommunen entstehen.

Pünktlichkeit verbessern

Denn seit Jahren wird bemängelt, dass die Buslinien 632 und 632A wegen unzureichender Pufferzeiten häufig von Verspätungen betroffen sind. Auch der Anschluss des Bahnhofs Laudenbach ist spätestens seit der Einweihung des neuen Vorplatzes im Oktober 2024 eigentlich ein Muss.

Nebenbei bemerkt: Seit Mitte Dezember 2024 halten bereits Busse am Bahnhof Laudenbach, auch wenn bis heute das Haltestellenschild fehlt. Das liegt aber daran, dass der Netzbetreiber des Linienbündels Odenwald-Mitte es versäumt hatte, den Rhein-Neckar-Kreis und die Gemeinde rechtzeitig über die neue Verbindung mit der Linie 662 nach Heppenheim und Ober-Laudenbach zu informieren.

Doch zurück zum Busliniennetz Weinheim: Bei den Linien 632/632A geht es um die bessere Anbindung Laudenbachs von beziehungsweise nach Süden. Da traf es sich gut, dass die Weinheimer Ortsteile Ritschweier und Hohensachsen im November 2023 den Wunsch formulierten, eine Kleinbuslinie bis zum OEG-Bahnhof Großsachsen einzurichten.

Ritschweier soll künftig eine direkte Busverbindung zum OEG-Bahnhof in Großsachsen bekommen. Foto: Kippenhan
Ritschweier soll künftig eine direkte Busverbindung zum OEG-Bahnhof in Großsachsen bekommen.

Denn der Lösungsvorschlag, den der Kreis zusammen mit dem VRN erarbeitet hat, schlägt gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe: Durch eine Verkürzung der Linien 632/632A im Süden – diese enden künftig am Anetplatz in Hohensachsen – könnten die sogenannten Pufferzeiten erhöht und damit die Pünktlichkeit verbessert werden.

Anbindung an die S-Bahn

Ritschweier soll mit der Kleinbuslinie 636 angebunden werden. Die neue Route würde am Bahnhof Großsachsen beginnen und über Hohensachsen nach Ritschweier führen. Anschließend würde der Bus in Richtung Lützelsachsen weiterfahren – mit Anbindung an die RNV-Haltestelle, aber auch an den S-Bahnhof. Wie aus der Verwaltungsvorlage zur Gemeinderatssitzung hervorgeht, würde der Kleinbus montags bis freitags von 6 bis 19 Uhr und samstags von 7 bis 17 Uhr stündlich diese Strecke bedienen. Der Schülerverkehr mit großen Bussen auf der Linie 635 bliebe unverändert bestehen.

52.000 Euro Kosten für Weinheim

Für Weinheim würde diese Änderungen nach Angaben der Verwaltung Mehrkosten in Höhe von 52.000 Euro pro Jahr bedeuten, wenn man den Kreiszuschuss einrechnet. Trotz schwieriger Haushaltslage waren sich die Weinheimer Stadträte einig, dass dies eine gute Investition in die Verbesserung des Nahverkehrs ist. Aus den Ortsteilen kam die Anregung, bei der neuen Buslinie 636 auch eine Haltestelle am Sportplatz Hohensachsen einzuplanen, berichteten Ortsvorsteher Karl-Friedrich Kippenhan (Ritschweier) und Ortsvorsteherin Monika Springer (Hohensachsen). Das sollte machbar sein, hieß es dazu vonseiten der Verwaltung. Den Wunsch, das neue Angebot auch auf den Sonntag auszudehnen, werde man dagegen im ersten Schritt wohl noch nicht erfüllen können.