Weinheim

Weinheims bekanntester Straßenkehrer ist tot 

Trauer um Uwe Schmitt, der im Alter von 64 Jahren verstarb. Er gehörte mit seiner Schubkarre, Besen, Schaufel und seiner freundlichen Art über viele Jahrzehnte zum Weinheimer Straßenbild.

Über Jahrzehnte hinweg gehörte der Oberflockenbacher als fröhlicher Straßenkehrer zum Erscheinungsbild der Weinheimer Innenstadt. Foto: Ernst Lotz
Über Jahrzehnte hinweg gehörte der Oberflockenbacher als fröhlicher Straßenkehrer zum Erscheinungsbild der Weinheimer Innenstadt.

Er war ein echtes Weinheimer Original: Straßenkehrer Uwe. Seine Schubkarre, der Besen und die Schaufel gehörten über Jahrzehnte zum Straßenbild der Weinheimer Innenstadt. Viele Weinheimer kannten den Mann, der für jeden Passanten einen freundlichen Gruß auf den Lippen hatte. Wohl kaum einer seiner Kollegen hielt seinen Arbeitsplatz mit ähnlicher Hingabe sauber. Jetzt ist Uwe Schmitt plötzlich und unerwartet im Alter von 64 Jahren gestorben.

Die Straßen tipptipp in Ordnung gehalten

„Dort, wo Uwe Schmitt die Straßen, Wege und Plätze reinigte, konnte man sicher sein, dass die gereinigten Flächen ,tipptopp‘ in Ordnung waren“, lobte Oberbürgermeister Manuel Just vor drei Jahren bei der Verabschiedung des Oberflockenbachers in den Ruhestand.

In den 90er-Jahren trug Uwe Schmitt noch Orange. In seiner Schubkarre fuhr neben Besen und Kehrschippe gerne auch ein Radio mit. Foto: Ernst Lotz
In den 90er-Jahren trug Uwe Schmitt noch Orange. In seiner Schubkarre fuhr neben Besen und Kehrschippe gerne auch ein Radio mit.

Der Mann fürs Feine

35 Jahre lang arbeitete Weinheims bekanntester Straßenkehrer im Baubetriebshof der Stadt Weinheim – in der manuellen Straßenreinigung. Der Mann fürs Feine, der dort eingesetzt wurde, wo die Kehrmaschine nicht hingelangte. 2021 stellte er den Besen in die Ecke. Mit 61 Jahren war es für Schmitt Zeit für die Rente. Kreuz und Hüfte wollten nicht mehr mitmachen. Ein Herzfehler tat sein Übriges.

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Musik aus der Schubkarre

Uwe Schmitt gehörte nicht nur optisch zum Erscheinungsbild der Weinheimer Innenstadt, man hörte ihn auch. Ein kleines Radio fuhr über Jahre hinweg immer in der Schubkarre mit. Beschwingte Schlager waren seine musikalischen Favoriten. „Früher“, erinnerte sich Schmitt anlässlich seiner Rente, „als es noch Radio Wachenburg gab, habe ich am liebsten den Lokalsender gehört.“ Ein weiteres Zeichen dafür, wie stark er der Heimat verbunden war.

Immer den Schalk im Nacken

Die Menschen hatten es ihm ohnehin immer angetan. „Sein Umgang mit Kollegen, aber auch mit Bürgern war stets zuvorkommend“, weiß OB Just. Auch weil ihm der Schalk immer im Nacken saß. Das wusste man auch in Oberflockenbach zu schätzen, wo er im Vereins- und Ortsleben integriert war.

Die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung findet am Donnerstag, 10. Oktober, um 14 Uhr auf dem Friedhof in Oberflockenbach statt. Von Beileidsbekundungen am Grab bitten die Angehörigen abzusehen. Eine Kondolenzliste liegt auf.