Der SV Unter-Flockenbach ist zum Glück nicht wieder Sofa-Meister
Vor zwei Jahren wurde der SV Unter-Flockenbach nach der Absage von Germania Großkrotzenburg schon mal Sofa-Meister. Jetzt hat der Verbandsliga-Tabellenführer endlich seinen Matchball.
Danke an die Bornheimer, die so nett waren, dem SV Unter-Flockenbach vor einer Woche noch zwei späte Treffer zum 3:3 zu verpassen. Ansonsten wäre der SVU, der das weitaus bessere Torverhältnis hat, nämlich quasi wieder kampflos Meister in der Fußball-Verbandsliga geworden. Vor zwei Jahren hatte Germania Großkrotzenburg in einer ähnlichen Situation wie jetzt FFV Sportfreunde Frankfurt ebenfalls keine Lust mehr, in den südlichsten Zipfel Hessens zu fahren. Bier und Bratwurst waren aber schon bestellt und so feierte der SVU kurzerhand mit einem Spiel gegen seine Traditionsmannschaft die Aufstiegsparty.
Auch wenn sich die Trainer Dalio Memic und Nico Hammann sowie Teamchef Markus Müller nach dem Spielschluss in Bornheim sicherlich ordentlich über die (wiederholten) „Böcke“ aufregten, so haben die Spieler vielleicht einfach nur antizipiert, wohin der Meisterball rollt, und waren deshalb bewusst unbewusst nachlässig – aber das kann unsere Weinheimer TV-Expertin Lea Wagner sicherlich besser erklären.
Wie Aperol ohne Spritz
Fakt ist, dass Sofa-Meister zu werden, irgendwie schmeckt wie Aperol ohne Spritz oder Kochkäs ohne Kümmel. Die großen Emotionen nach dem Schlusspfiff bleiben den Spielern versagt. Das einmal zu erleben ist nicht schön, ein zweites Mal auf die Kirsche auf der Torte zu verzichten, hätte einen ganz bitteren Beigeschmack gehabt (und auf dem Weinheimer Marktplatz wäre es durch die Corpsstudenten sowieso am Samstag zu voll zum Feiern gewesen). Und so gilt der Dank auch dem Verfolger SV Pars Neu-Isenburg, der – wenn auch mit Müh und Not – seine Hausaufgaben gegen Dortelweil machte.
Aber erst einmal haben die Unter-Flockenbacher am Pfingstsamstag ihren Matchball und können getrost mit allem Zipp und Zapp, mit Hessenliga-T-Shirts und Konfettikanonen nach Rodgau fahren – dann bleibt nur noch zu hoffen, dass der Schuss nicht nach hinten losgeht.