Ringen

Fürther Dominic Arnold fährt zur Europameisterschaft

Dominic Arnold (SV Fahrenbach) bekommt vom Bundestrainer Maik Bullmann das Ticket für die U20-Europameisterschaften in Serbien. Bei einem guten Start ist alles möglich.

Nach seinem zweiten Deutschen Meistertitel im März wurde Dominic Arnold vom SV Fahrenbach jetzt auch für die U20-Europameisterschaft nominiert. Foto: SV Fahrenbach
Nach seinem zweiten Deutschen Meistertitel im März wurde Dominic Arnold vom SV Fahrenbach jetzt auch für die U20-Europameisterschaft nominiert.

Dominic Arnold, ein weiteres Ausnahmetalent des SV Fahrenbach, sicherte sich das Ticket für die U20-Europameisterschaften der Ringer. Arnold hat sich in den vergangenen Monaten in der Gewichtsklasse bis 82 kg im griechisch-römischen Stil qualifiziert. Nun darf er mit der Nationalmannschaft unter der Leitung von Bundestrainer Maik Bullmann den Weg ins serbische Novisad zur EM antreten.

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Dabei war die Nominierung lange Zeit ungewiss. „Eigentlich hat alles damit angefangen, dass ich mein Fachabitur machen wollte, um mich dann bei der Polizei zu bewerben“, resümiert Arnold immer noch etwas verwundert über die Geschwindigkeit, wie sich alles für ihn ändert.

Um sein berufliches Ziel zu erreichen, hat er sich dazu entschlossen, beim Hessischen Ringer-Verband (HRV) ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Seit rund neun Monaten arbeitet Arnold jetzt im Leistungszentrum des HRV in Aschaffenburg. Selbst noch am Anfang seiner eigenen Karriere kümmert er sich dort um den Ringernachwuchs. Er hilft den angehenden Leistungssportlern den Spagat zwischen Schule, Privatleben und Sport zu schaffen und übernimmt als Trainer und Betreuer bei Meisterschaften Verantwortung.

Optimale Trainingsbedingungen

„Aber natürlich habe ich dort auch optimale Trainingsbedingungen. Ich kann im Leistungszentrum zwei bis drei Trainingseinheiten am Tag absolvieren. Außerdem ist Rifat ein toller Trainer, der mich die ganze Zeit unterstützt“, sagt Arnold über Landestrainer Rifat Yildiz, der selbst vor allem in den 1980er- und 1990er-Jahren nationale und internationale Titel gewann.

Darüber hinaus trainiert Arnold natürlich im heimischen Fahrenbach. Hier trifft er auf Trainingspartner wie Pascal und Patrick Eisele. Die beiden Hochkaräter können den jungen Arnold extrem fordern und mit ihrer Erfahrung zur Seite stehen. Ergänzt wird das Wochenprogramm mit einer lockeren Ausdauereinheit bei den Fußballern des SV Lörzenbach. Mit diesem intensiven Programm bereitete sich Arnold auf die Deutschen Meisterschaften im März vor. „Mein Ziel war eine Medaille, und ich wusste, dass mir eigentlich nur Anton Buchholz aus Württemberg einen Strich durch die Rechnung machen kann“, so Arnold. Bereits im Halbfinale trafen die beiden Spitzenringer aufeinander. Nur knapp, mit einem 2:2-Punktsieg aufgrund der höheren Einzelwertung konnte der Odenwälder das Duell für sich entscheiden, ins Finale einziehen und am Ende zum zweiten Mal in seiner Laufbahn die Goldmedaille bei den Deutschen Meisterschaften erringen.

Etwa einen Monat später kam dann die ersehnte Nachricht von Bundestrainer Maik Bullmann: die Einladung zusammen mit der Nationalmannschaft beim Großen Preis von Tschechien anzutreten. Arnold konnte sich unter den strengen Augen des Bundestrainers behaupten und erarbeitete sich Schlag auf Schlag die Fahrkarten für die Adriatic Trophy in Kroatien und einem internationalen Wettkampf in Frankfurt/Oder.

Immer Vollgas geben

Bei den Wettkämpfen und in den jeweils anschließenden Trainingslagern bewies Arnold, dass er verstanden hat, worauf es ankommt. „Die meisten anderen Sportler kennen das alles schon und haben international Erfahrungen gesammelt. Wenn du dann mit denen auf der Matte stehst und dir der Bundestrainer zuschaut, dann gibst du immer hundertprozentig Vollgas, niemals zurück. Das geht schon auch an deine Substanz. Aber als wir dann in diesem Raum saßen und mein Name aufgerufen wurde, ist dieser ganze Druck abgefallen. Ich hab mich so unfassbar gefreut“, erzählt Arnold über seine Nominierung.

Am 30. Juni wird der Fahrenbacher mit der Nationalmannschaft zu den U20-Europameisterschaften nach Novisad, Serbien, aufbrechen. Am Flughafen bekommt er dann auch die heiß ersehnten Trikots. In Deutschland werden nämlich die Trikots erst mit dem Namen eines Sportlers bedruckt, wenn dieser sich für eine internationale Meisterschaft qualifiziert.

Diese ganz besondere Ehre wird also nur einem Bruchteil aller Spitzenringer überhaupt zuteil. Seine ersten Kämpfe wird er dann am 2. Juli absolvieren. „Mit einem Platz unter den Top fünf wäre ich ja zufrieden, aber wenn ich gut ins Turnier finde, wer weiß, was dann vielleicht drin ist“, sagt Arnold.