„Mama, dieser Aufstieg ist für dich“: Ogün Hanci führt den ISC zurück in die A-Liga
Der direkte Wiederaufstieg in die Kreisliga A krönt Ogün Hancis erstes Jahr als Spielertrainer des ISC Fürth. Warum ihm Teamgeist wichtiger war als Tabellenplätze – und weshalb er den Erfolg seiner Mutter widmet.
Fürth. Sein erstes Jahr als Spielertrainer des ISC Fürth wurde für Ogün Hanci gleich zu einem ganz besonderen Kapitel. Der direkte Wiederaufstieg in die Fußball-Kreisliga A sorgt beim 28-Jährigen für riesige Freude – auch wenn genau dieses Ziel zu Beginn der Saison eigentlich noch gar nicht im Mittelpunkt stand. Viel wichtiger war Hanci zunächst etwas anderes: Aus der Mannschaft sollte eine disziplinierte Einheit werden.
Eine Mannschaft, die mit Respekt, Charakter und echtem Zusammenhalt auftritt. Und genau das sei gelungen. „Darauf bin ich am meisten stolz, weil die Jungs das überragend umgesetzt haben“, sagt Hanci rückblickend.
Erst im Laufe des vergangenen Spätjahrs merkte die Mannschaft selbst, dass sie ganz oben mitspielen und tatsächlich um den Aufstieg kämpfen kann. Die Qualität und das Potenzial seien eindeutig vorhanden gewesen. Deshalb setzte sich der Spielertrainer nach der Hinrunde ein neues Ziel: den Wiederaufstieg.
„Hungrig, ehrgeizig und voller Leidenschaft“
Besonders dankbar zeigt sich Hanci gegenüber seinen Spielern. „Die haben sich das absolut verdient“, betont er. Die Mannschaft beschreibt er als jung, hungrig, ehrgeizig und voller Leidenschaft. Dass die Verbindung innerhalb des Teams so eng war, könnte auch an seinem eigenen Alter gelegen haben, vermutet der Trainer. Schließlich zählt selbst er mit seinen 28 Jahren noch zur jungen Generation der Mannschaft.
Große Worte findet Hanci auch für seinen Co-Trainer Harun Besic. Der habe „von außen überragende Arbeit geleistet“, vieles gelenkt und sei für ihn ein enorm wichtiger Rückhalt gewesen. Vor allem aber sei Besic „einfach ein überragender Mensch“. Ebenso dankbar ist der Spielertrainer dem Vorstand des ISC Fürth. Druck habe es während der gesamten Saison nie gegeben. Stattdessen sei ihm stets vermittelt worden, dass die Entwicklung der Mannschaft und der Spaß am Fußball im Vordergrund stehen sollen. „Es hieß immer: Hauptsache, die Jungs haben Spaß und entwickeln sich weiter. Das ist für mich nicht selbstverständlich“, sagt Hanci.
Warum Hanci seinen früheren Trainer „Diego Simeone“ nennt
Geprägt wurde der 28-Jährige auch von Christian Bauer, der zuvor zwei Jahre lang sein Trainer bei der SG Reichenbach war. Von ihm habe er sportlich wie menschlich unglaublich viel gelernt. „Ich durfte sogar seine Familie kennenlernen“, erzählt Hanci. Für ihn sei Bauer, der lange Jahre bei Eintracht Wald-Michelbach spielte, deshalb weit mehr als nur ein Trainer. Mit einem Schmunzeln nennt er ihn deshalb nicht Christian Bauer, sondern „Diego Simeone“ – in Anlehnung an den bekannten argentinischen Erfolgscoach.
Ein Aufstieg mit emotionaler Bedeutung
Besonders emotional wird es, wenn Hanci über seine Mutter spricht. Den Aufstieg widmet er ganz bewusst ihr. „Ich habe es ihr versprochen“, sagt der Spielertrainer. Gesundheitlich sei es ihr zuletzt nicht gut gegangen, dennoch habe sie ihn immer unterstützt und immer an ihn geglaubt. „Sie sagte jedes Mal: ,Du schaffst es, Ogün. Ich glaube an dich.‘“ Deshalb richtet Hanci eine klare Botschaft an seine Mutter: „Mama, dieser Aufstieg ist für dich.“
Der Blick geht bereits nach vorne
Nach dem erfolgreichen Jahr richtet sich der Blick beim ISC inzwischen bereits nach vorne. Für die neue Saison habe sich der Verein gezielt verstärkt und den Kader weiter verbessert, erklärt Hanci. Vom FC Fürth kommt Ali Hodroj (23) zum ISC. Er bringt Erfahrung aus der Kreisoberliga mit und konnte zudem bereits erste Spiele in der Gruppenliga absolvieren. Abas Chebib (23) wechselt vom FC Fürth ll zum Aufsteiger, und auch sein Mannschaftskollege Mohamed Hodroj wird mit dem ISC in Verbindung gebracht.
Vorrangiges Ziel sei es zunächst, in der Kreisliga A anzukommen und sich dort zu etablieren. Doch der Aufsteiger will mehr, als nur mitzuspielen. „Wir wollen jedem Gegner zeigen, dass es gegen uns alles andere als einfach wird, Punkte zu holen“, kündigt Hanci an. Mit Mentalität, Teamgeist und ihrer besonderen Art Fußball zu spielen, wolle die Mannschaft auch in der neuen Liga ein unangenehmer Gegner sein. Oder, wie es der Spielertrainer formuliert: „Gegen uns musst du dir jeden Meter hart erarbeiten.“ tom