Man spricht Deutsch
Holger Giebel besucht in Australien in erster Linie die Frauen-WM. Vor dem letzten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft wird aber erst einmal Brisbane erkundet.
Ich bin in Brisbane angekommen, in der vierten und letzten Station meiner Australien-Reise. Heute werde ich noch das Spiel der deutschen Fußballerinnen gegen Südkorea besuchen, dann neigt sich meine Zeit hier dem Ende entgegen. Aber bitte nur meine, nicht die unserer Frauen!
Wie schon üblich, bedeutet auch hier ein Tag ohne Spiel nicht die Abstinenz von Fußball. Schon im Flugzeug von Sydney nach Brisbane traf ich die ersten deutschen Fußballreisenden, die direkt neben mir saßen. Thomas aus Hamburg, seine beiden Söhne Jonas und Luca sowie Opa Werner aus Berlin. Wir haben festgestellt, dass sie im Stadion nur einige Reihen hinter mir sitzen werden. Vielleicht laufen wir uns also nochmals über den Weg.
Viele Fans sind schon da
In Brisbane selbst hört man auf den Straßen verdächtig viel Deutsch. Es deutet einiges darauf hin, dass schon recht viele Anreisen deutscher Fans getätigt wurden. Auch bei meinem Ausflug zum Lone Pine Koala Sanctuary sprachen auffallend viele Deutsch.
Und sogar Dennis, der Kapitän des Schiffes, das uns zu dem kleinen Tierpark mit einem breiten Spektrum einheimischer Tiere brachte, begrüßte mich in meiner Muttersprache. Das hatte aber damit zu tun, dass er aus Deutschland stammt, es ihn aber nach seinem Abi nach Australien verschlagen hat.
Koalas streicheln, Kängurus füttern
Der Tierpark, der auch als Aufzuchtstation für Koalawaisen dient und wo sich zudem eine Forschungsstation befindet, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse rund um die wohl putzigsten Vertreter der australischen Tierwelt zu gewinnen, ist jedenfalls ein empfehlenswertes Ziel.
Wer einen Koala streicheln oder Kängurus füttern möchte, hat dort die Gelegenheit.
Die Skyline kann sich sehen lassen
Brisbane, die Hauptstadt des Bundesstaates Queensland, ist nach Melbourne und Sydney die drittgrößte Stadt Australiens.
Wie schon in meinen Stationen zuvor ist auch Brisbane ein weiterer Beleg dafür, dass es die Australier offenkundig lieben, in ihren Metropolen mit riesigen Hochhäusern für markante Skylines zu sorgen. Auch die von Brisbane kann sich sehen lassen.
Doch ich habe die Erfahrung machen dürfen, dass sich das Großstadtleben doch deutlich von dem in der Heimat unterscheidet. Auch hier ist mächtig Verkehr, auch hier stauen sich die Autos, doch was bei uns nicht selten zu einem Hupkonzert führt, erträgt der Australier mit stoischer Ruhe und Gelassenheit. In der vollen Überzeugung, dass die Hupe das Ganze auch nicht schneller macht.
Entspanntheit im Straßenverkehr
Komplett ohne Hupe ist es aber dann doch nicht geblieben. In Sydney betätigte ein Autofahrer nämlich das Horn. Er grüßte so beim Vorbeifahren eine Fußgängerin auf dem Bürgersteig, wie deren Reaktion zu entnehmen war.
Es geht offensichtlich auch mit einer großen Portion Entspanntheit im großstädtischen Straßenverkehr. Es lohnt sich, sich davon ein Scheibchen abzuschneiden. Und jetzt freue ich mich aufs nächste Stadion. Um 12 Uhr ist es so weit.