Pistolen- und Flintenschützen lassen Gold regnen
13 Hessenmeistertitel gehen in den Schützenbezirk Starkenburg. Uwe Gunkel landete zwei Einzelsiege mit der Armbrust.
Eine stolze Medaillenausbeute von 50-mal Edelmetall ergatterten die Teilnehmer des Schützenbezirks Starkenburg bei den Landesmeisterschaften des Hessischen Schützenverbands für den südlichsten Bezirk. Wie schon in der Zeit vor Corona und bei den erstmals danach ausgetragenen Landestitelkämpfen im Vorjahr erwiesen sich einmal mehr die Flintenschützen mit dem Vorderlader wie auch die Starter mit der Armbrust als Garanten für Spitzenplätze. Den Löwenanteil an Goldmedaillen errangen allerdings die Pistolenspezialisten mit fünf Siegen, die im Gegensatz zu früheren Jahren diesmal nicht mit dem Pech haderten. Selbst die Gewehrschützen durften eine Landesmeisterschaft feiern.
Von den 13 errungenen Goldmedaillen wanderten vier zum SSV Viernheim. Zwei Siege durften der SV Hubertus Trösel und der SV Falken-Gesäß feiern und eine Landesmeisterschaft ging an den SV Hubertus Lampertheim, die PSG Zwingenberg, den SV Lorsch, den KKSV Bad König und den SV Rai-Breitenbach. Was die Gesamtzahl der Medaillen betrifft, kam der SSV Viernheim 13-mal zu Edelmetall, gefolgt vom SV Hubertus Trösel (10) und dem Fürther SV Hassia (9), dem angesichts von fünfmal Silber und viermal Bronze kein Sprung auf den obersten Platz auf dem Treppchen vergönnt blieb. Viele Starkenburger Aktive rundeten mit ihren Top-Ten-Plätzen das positive Gesamtbild ab und zahlreiche von ihnen verpassten die heiß begehrten Medaillenränge nur knapp.
Armbrust-Erfolge
Uwe Gunkel durfte sich über zwei Einzelsiege freuen, wovon er in verschiedenen Armbrustdisziplinen einen für seinen Stammverein PSG Zwingenberg und einen für den SV Hubertus Trösel errang. In den folgenden Wochen nutzt ein Großteil der aktiven Schützen die freie Zeit bis zum Beginn der Herbst- und Wintersaisons, innezuhalten und neue Kraft zu sammeln. Für die besonders ambitionierten Akteure werfen die Deutschen Meisterschaften mit dem Höhepunkt in München-Hochbrück ihre Schatten voraus und ab sofort wird der Fokus aufs Training für die nationalen Titelkämpfe gelegt.
Den einzigen Titel mit dem Gewehr holte die Luftgewehrschützin Irene Wegener vom SV Hubertus Lampertheim in der Damenklasse IV. Der zweite Rang von Hans-Dieter Beck (Fürth), der lediglich den Vorderlader-Weltklasseschützen Walter Massing vor sich hatte, und Team-Bronze für Lampertheim in der Damenklasse III ließen die Herzen in der „Paradedisziplin“ Luftgewehr höherschlagen.
Daniel Gunkel (Zwingenberg, Herren I) und Ronny Hechler (Trösel, Herren II) ergatterten in der altehrwürdigen Disziplin Zimmerstutzen Bronzemedaillen. Gleich zweimal holte Uwe Gunkel mit der Armbrust die Goldmedaille. In der Herrenklasse IV auf zehn Metern Entfernung siegte er für Trösel und bei der nationalen Scheibe ließ er seinen Heimatverein PSG Zwingenberg über dessen einzigen Hessenmeistertitel jubeln. Das dritte Armbrust-Gold ging an die Herren-III-Mannschaft von Trösel. In dieser Altersgruppe gingen im Zehn-Meter-Wettbewerb die Silber- und Bronzemedaille im Einzelwettbewerb an Rüdiger Reinsch und Markus Stumpf für Trösel. Für den gleichen Verein gelang auch Marion Bauer in der Damenklasse der dritte Platz. Hier landeten auch Ronny Hechler (Herren II) und die zweite Tröseler Mannschaft.
Auflagenschützen
Gleich drei von fünf Pistolentiteln gingen an die Auflageschützen des Schützenbezirks Starkenburg. Ralf Beyer errang den Sieg für den SV Lorsch in der Seniorenklasse II mit LP-Auflage, in der Seniorenklasse III Georg Schuchmann vom KKSV Bad König, der mit Winfried Morweiser (SV Lorsch) einen Doppelsieg für die Starkenburger feiern durfte. Rainer Hartmann vom SV Rai-Breitenbach machte mit seinem Sieg in der Herrenklasse IV den Dreifachtriumph der südhessischen Auflageschützen perfekt. Silbermedaillen ergatterten neben Morweiser auch Matthias Fink (Falken-Gesäß, Senioren I), die Mannschaft von Falken-Gesäß bei den Senioren I sowie Bad König II bei den Senioren III.
In einem mit namhaften Schützen gespickten Feld durfte sich Robin Sauter in der Sportpistole Herren I ebenso über den Sieg freuen wie Falken-Gesäß. Gleichzeitig verwies das Standard-Pistolen-Team aus Falken-Gesäß den SV Falke Dasbach (dieser Verein hat eine Luftpistolen-Bundesliga-Mannschaft vorzuweisen) auf den zweiten Rang. Silber ging hier an Robin Sauter, der nur knapp an seinem zweiten Einzeltitel scheiterte.
Zweimal erreichten Starkenburger Großkaliberschützen die Silbermedaille auf Landesebene. Mit Kaliber 357 Magnum bot Mehmet Durna vom SV Heppenheim eine bärenstarke Leistung und Simon Träger vom SSV Viernheim verpasste, gefolgt von seinem Teamkameraden Simon Schweidler, mit Kaliber 45 ACP nur knapp den Sieg. Bronze holte Falken-Gesäß mit der Zentralfeuerpistole.
Flintenschützen
Dass sich die guten Flintenschützen aus dem Schützenbezirk Starkenburg nicht noch stärker in Szene setzen konnten, lag in erster Linie an den Akteuren des Wurftaubenclubs Wiesbaden, die hierzulande eine Macht darstellen. Dennoch konnten die Starter aus Südhessen mit ihrer Ausbeute von drei Silber- und vier Bronzemedaillen sehr zufrieden sein. Der Fürther „Familienbetrieb“ Marco Simón Montoya (Herren I) und José Simón Montoya (Herren II) gelang im Einzelwettbewerb mit der Flinte Doppeltrap ebenso die silberne Medaille wie dem Team Fürth I, das Zweiter wurde vor Fürth II. Lena Ullmer ließ im Damenwettbewerb Trap die Tröseler Herzen höherschlagen und die Herren-I-Mannschaft aus Fürth landete bei Trap ebenfalls auf dem Treppchen.
Perkussionsflinte
Kein Wettbewerb wird so von Aktiven des Schützenbezirks Starkenburg dominiert wie das Schießen mit Perkussions- und Steinschlossflinte. Der Heimvorteil auf der Anlage derFürther Hassia wurde genutzt, um drei Goldmedaillen, viermal Silber und dreimal Bronze zu erringen, wobei neun der insgesamt zehn Medaillen an den SSV Viernheim gingen. Eine Gold- und zwei Silbermedaillen vervollständigten die herausragende Vorderladerbilanz des Schützenbezirks Starkenburg.