„Wir haben unsere Form noch nicht gefunden“
SV Unter-Flockenbach II nimmt dennoch einen einstelligen Tabellenplatz in der Kreisoberliga in Angriff.
In der vergangenen Saison kämpfte der SV Unter-Flockenbach II in der Fußball-Kreisoberliga bis zur Winterpause gegen den Abstieg, ehe eine Auftaktserie im neuen Jahr genug Luft auf den Tabellenkeller verschafft, um frühzeitig den Klassenerhalt sichern zu können. Am Ende sprang der elfte Platz heraus. In der neuen Runde soll nun ein einstelliger Tabellenplatz herausspringen. Und Trainer Alessandro Hoffmann sieht auch die Voraussetzungen dafür geschaffen.
Dies macht er zum einen an den sieben Neuzugängen fest, durch die der Kader deutlich breiter aufgestellt ist als in der vergangenen Runde. Alle haben bisher auch einen guten Eindruck hinterlassen, wie der Coach unterstreicht, der dabei besonders auch Helnathan Scott nennt. „Wir haben bewusst nach einem stämmigen Stürmer gesucht, der auch mal den Ball halten kann und der weiß, wo das Tor steht“, erklärt er und sieht die Anforderungen bei dem Neuzugang von der TSG Lützelsachsen, der noch zu Gruppenliga-Zeiten auch in der ersten Mannschaft der Talemer gespielt hat, erfüllt – auch wenn er einschränkt, dass Scott noch seine Form finden muss: „In Sachen Fitness hat er noch einen Rückstand aufzuholen.“
Gute Mischung
Hoffmann legt einen großen Wert auf eine gute Mischung zwischen Erfahrung und Jugend. Deshalb sind unter den Neuzugängen auch einige Youngster dabei, die sich schon für weitere Aufgaben empfohlen haben. Hier führt er Finn Jüllich auf, der aus der A-Jugend der TSG 62/09 Weinheim stammt. „Er hat extrem viel Talent. Er muss sich zwar noch an den Männerfußball gewohnen, aber er wird für uns auf lange Sicht eine Bereicherung sein.“
Mehr Schnelligkeit über die Außen soll Ekin Azad ins Spiel bringen. „Das hat uns vergangene Saison gerade auf den Außen gefehlt.“ Azad hat bei der Bürstädter Eintracht zwar nur selten gespielt, in den Testspielen aber schon gezeigt, dass „er bei uns eine feste Größe werden kann“. Mehr Stabilität in die Innenverteidigung soll Jolex McNeill (SSV Vogelstang) bringen. „Er bringt viel Erfahrung mit und hat ein gutes Stellungsspiel, konnte aber aufgrund von Problemen mit der Leiste zuletzt nur wenig trainieren“.
Kandidaten für die Startelf
Aus der eigenen Jugend stöß Ahmed Dumann zu den Senioren, bei denen er sich erst einmal etablieren soll. Deshalb soll er erst einmal Einsatzzeiten in der dritten Mannschaft absolvieren, zumal er eigentlich noch ein Jahr in der A-Jugend auflaufen dürfte. Dass dieser Weg erfolgreich sein kann, beweisen zwei Akteure, die aus der Dritten hochgezogen wurden. „André Holz und Ian Fischer haben sich ein Jahr in der C-Klasse bewiesen“, hebt der Trainer hervor und sieht Fischer als Kandidaten für die Startelf im ersten Rundenspiel. „Er hat seine Chance genutzt.“ Auch Holz hätte er dies zugetraut, doch dieser hat sich im letzten Testspiel die Nase gebrochen und wird erst einmal ausfallen. „Er hat sich mit Joel Adamek einen tollen Konkurrenzkampf geliefert.“
Mit den Neuzugängen sollen die Lücken geschlossen werden, die Yannik Nag, Nils Eggers und Sascha Boch, die in die dritte Mannschaft wechseln, sowie Saldiray Durmaz (FC Fürth II) und Dominik Möllich, der pausiert, hinterlassen haben. Mit Ausnahme von Nag sieht HOffmann das auch als gelungen an. „Wir sind nicht nur besser aufgestellt, die Spieler sind auch zuverlässiger“, sagt er im Hinblick darauf, dass die SVU-Zweite im Laufe der vergangenen Runde den einen oder anderen Spieler verloren hat.
Konstanz fehlt noch
Eigentlich könnte er zuversichtlich der Auftaktbegegnung gegen die Tvgg. Lorsch entgegensehen, doch es fehlt noch die Konstanz. „Wir haben unsere Form leider noch nicht ganz gefunden, da hängen wir noch hintendran“, bekennt er. als Beispiel nennt er den 1:0-Sieg im Test gegen Biebesheim – „das war eine Top-Leistung von uns“ –, auf den zwei Tage später eine schwache Vorstellung gegen Bauschheim folgte. „Das war wieder ein Rückschritt“, ist ihm klar, dass „wir das schnell in den Griff bekommen müssen.“
Das sagt er gerade auch im Hinblick auf das Auftaktprogramm, denn nach der Heimpartie gegen Lorsch geht es zum Topfavoriten SG Unter-Abtsteinach. Deshalb wäre ein guter Start gegen die „Turner“ umso wichtiger. Um den Gegner, der ihn vor allem durch seine „mannschaftsdienliche Kompaktheit“ beeindruckt, zu packen, will er ihn mit dessen eigenen Mitteln schlagen. Also ebenfalls sehr kompakt stehen und bei Ballgewinn schnell umschalten. Besonders warnt er vor der Stärker der Lorscher bei Standards. „Wir haben in der vergangenen Runde zweimal gegen sie verloren und alle drei Tore sind nach Eckstößen gefallen. Deshalb ist es am besten, wenn wir gar keine zulassen.“