Fußball
„Wir sind das kleine gallische Dorf“
Trainer Ronny Sauer will mit seiner Mannschaft in der zweiten Runde bei der KSG Mitlechtern attraktiven Fußball in der Kreisoberliga bieten.
Die KSG Mitlechtern hat ihn wieder einmal geschafft, den Klassenerhalt in der Fußball-Kreisoberliga. Auch für die kommende Saison ist dies das primäre Ziel, doch in seinem zweiten Jahr als Trainer bei der KSG will Ronny Sauer seine Mannschaft weiter voranbringen. „Wir wollen mehr agieren und weniger reagieren. Dies wird nicht immer möglich sein, aber wir werden unseren Spielern gewisse Verhaltensweisen versuchen mitzugeben, sodass wir mehr Ballbesitzphasen generieren können“, erklärt er.
Leidenschaftlicher Fußball
Sauer sieht in der KSG in Anlehnung an die Asterix-Comics das „kleine gallische Dorf in der Kreisoberliga“. „Wir verteilen zwar keinen Zaubertrank, aber wer gegen die KSG spielt, weiß, was ihn erwartet: Leidenschaftlicher Fußball, bestehend aus kompakter Verteidigung, hoher Leistungsbereitschaft und intensiver Spielweise.“ Diese Tugenden sollen auch in der neuen Runde den Ausschlag dafür geben, dass die Mitlechterner eine gute Rolle im Bergsträßer Oberhaus spielen können.
Dafür stehen auch die Neuzugänge. Mit Max Dippel, Luca Schuster, Finn Renkewitz und Philippas Schmitt kommen vier Talente aus der eigenen A-Jugend. „Sie alle haben im Training und in den Spielen bereits bewiesen, dass sie eine echte Alternative auf ihren jeweiligen Positionen darstellen“, lobt der Trainer.
Handlungsbedarf gab es vor allem in der Offensive, denn mit 34 Toren erzielte die KSG die wenigsten in der Liga. Hier soll Gianluca Müller vom FSV Rimbach Abhilfe schaffen. „Gianni hat bereits in den Testspielen gezeigt, dass er ein Gewinn für unsere Mannschaft ist und sich schnell an das höhere Tempo und die höhere Intensität in der Kreisoberliga gewöhnt hat“, hebt Sauer hervor. Aber auch Finn Renkewitz hat mit guten Leistungen bei seinen Einsätzen in der vergangenen Runde gezeigt, dass er das Angriffsspiel beleben kann.
Auf der anderen Seite muss die Mannschaft aber auch die Abgänge von Spielern verzeichnen, die in den vergangenen Jahren eine wichtige Rolle bei der KSG gespielt haben. So ist Till Krieger zu seinem Stammverein FC Fürth zurückgekehrt, Patrick Appelt ist zum Gruppenligisten TSV Auerbach gewechselt, Kristof Deriy zur Eintracht Wald-Michelbach. Sauer zieht daraus dennoch einen positiven Aspekt: „Gerade das zeigt, dass wir im vergangenen Jahr unsere Spieler so weiterentwickeln konnten, dass sie für Topvereine aus der Umgebung interessant wurden – nichtsdestotrotz wäre es uns natürlich lieber gewesen, wenn wir sie bei uns hätten halten können.“ Besonders schwerwiegend ist für die Mitlechterner, dass Führungsspieler Simon Eckert, der auch als Spielertrainer fungierte, kürzertreten wird. „Er hat diese Mannschaft jahrelang getragen und sich immer in den Dienst des Vereins und der Mannschaft gestellt. Es gilt hier jetzt, neue Anführer zu finden und zu entwickeln.“
Diese Lücke soll vor allem der neue Co-Spielertrainer füllen: Jens Klein, der vom VfL Birkenau nach Mitlechtern kam. „Jens war unsere Wunschlösung“, macht Sauer deutlich: „Er bringt eine super Einstellung mit und ist eine Person, die sich immer zu 100 Prozent mit seinem Verein identifiziert. Er ist als Bindeglied zwischen Offensive und Defensive geplant und wird diese Position sicher super ausführen.“
Schweißt zusammen
Als ein großes Plus bei der KSG sieht der Trainer, dass der Verein auch in der vergangenen Saison stets die Ruhe behalten hat. „Es war von Anfang an klar, dass wir uns bis zum Schluss im Abstiegskampf befinden werden. Dies hat die Mannschaft angenommen und sie ließ sich auch nicht durch Rückschläge aus der Bahn werfen. So etwas schweißt zusammen und ist Grundvoraussetzung für ein positives Miteinander, eine positive Entwicklung und langfristigen Erfolg.“
Und so soll die kameradschaftliche Geschlossenheit auch in der neuen Runde der Garant dafür sein, dass sich die Mannschaft sportlich weiterentwickeln kann. „Mit unseren jungen Wilden und den erfahrenen Kräften wollen wir versuchen, eine Gemeinschaft zu formen, die jedem Gegner Paroli bieten kann“, unterstreicht der Trainer. „Wir wollen den Zuschauern attraktive Spiele bieten, sodass jeder vom Sportplatz nach Hause fährt und sagt: Die Jungs haben alles gegeben und tollen Fußball gespielt.“
Heft des Handelns
Die bisherigen Vorbereitungsspiele bestärken Sauers Erwartungen. Beim eigenen Wochenturnier erreichte die Mannschaft beispielsweise das Finale und verlor dort erst im Elfmeterschießen gegen den Gruppenliga-Absteiger FC Fürth, den er zusammen mit der SG Unter-Abtsteinach und dem SV Fürth zu den Top-Favoriten zählt. Und auch hinsichtlich der zentralen Position im Mittelfeld gaben die Testbegegnungen schon einen Fingerzeig: „Hier haben bereits andere Spieler das Heft des Handelns in die Hand genommen. Das sah phasenweise schon sehr gut aus.“
Nachdem das gestrige Testspiel beim SV Unter-Flockenbach abgesagt worden war, erwartet die KSG am Sonntag (14 Uhr) den neuen A-Ligisten SG Auerbach/Bensheim II zur Generalprobe, ehe es zum Rundenstart am 6. August dann gleich das Gastspiel beim Titelfavoriten Olympia Lorsch auf dem Programm steht.