Triathlon

Auf den Ironman kommen noch 1785 Höhenmeter obendrauf

Starker Auftritt von David Wecht und Florian Ganz bei der Ironman-70.3-WM in Marbella.

David Wecht (links) und Florian Ganz (rechts) waren die Weinheim-Vertreter in Marbella. Foto: Team Radsport Wagner
David Wecht (links) und Florian Ganz (rechts) waren die Weinheim-Vertreter in Marbella.

Marbella/Spanien. Bei idealen Bedingungen wurde in Marbella die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft ausgetragen – ein sportliches Großereignis, das 3737 Athleten aus aller Welt an die Costa del Sol lockte. 3329 von ihnen erreichten das Ziel. „70.3“ steht dabei für die über alle drei Disziplinen zu bewältigende Distanz in Meilen. Unter den Athleten waren zwei Vertreter der TSG Weinheim Team Radsport Wagner, David Wecht (Männer 30-34 Jahre) und Florian Ganz (Männer 40-44 Jahre), die auf dem extrem anspruchsvollen Weltmeisterschafts-Kurs beeindruckende Leistungen zeigten und sich mit großem Kampfgeist präsentierten.

Bei Sonnenaufgang starteten die Athleten am Strand von Puerto Banús in einen 1,9 Kilometer langen L-förmigen Kurs mit fünf Wendepunkten. Das Mittelmeer war an diesem Morgen zwar ruhig, doch leichter Wellengang, wechselnde Strömungen, aber vor allem die hohe Teilnehmerzahl verlangten permanente Aufmerksamkeit. Zu groß ist die Verletzungsgefahr, die in der anfänglichen sogenannten „Waschmaschine“ droht. Der gute Schwimmer David Wecht verließ nach 29:56 Minuten das Wasser in Richtung Wechselzone. Florian Ganz folgte nach 35:26 Minuten.

Die zweite Disziplin wartete mit einer echten Herausforderung auf: Auf den 90 Radkilometern waren 1785 Höhenmeter zu bewältigen. Die damit verbundene Anstrengung erlaubte keinen Blick in die malerische, sonst von vielen Touristen besuchte Landschaft rund um die Städte Ojén, Monda und Coin. „Bei einem solchen anspruchsvollen Profil empfiehlt es sich, darüber nachzudenken, von den schwereren Zeitfahrrädern auf ein leichtes Wettkampfrad umzusteigen. Man kann vom Aerovorteil der Zeitfahrboliden bei den Anstiegen kaum profitieren“, erklärt Teamkapitän Micha Wagner.

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Wecht wird ausgebremst

Ein anderes Problem trieb David Wecht um. Er wurde im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst. Eine schleifende Scheibenbremse, vermutlich durch einen Kontakt in der engen Wechselzone verursacht, kostete ihn wertvolle Energie. Dennoch hielt er das Tempo hoch und kämpfte sich in einer Zeit von 2:48,16 Stunden über die Höhenmeter. Knapp schneller war Florian Ganz mit einer Zeit von 2:48,05 Stunden, der sich über einen neuen Geschwindigkeitsrekord von 84 km/h freuen konnte.

Der abschließende Halbmarathon über zwei flache, aber unrhythmische Runden entlang der Strandpromenade forderte vor allem mental. Auf der Mole am Yachthafen begegneten sich die Weinheimer im Gegenverkehr – ein emotionaler Punkt, an dem Rückstände und Vorsprünge sichtbar wurden und Kraftreserven noch einmal neu mobilisiert werden konnten. „Als es in die letzte Runde ging, habe ich noch einmal die ‚dritte Luft’ bekommen und es lief wieder richtig gut. Florian in der letzten Laufrunde zu sehen, hat mich zudem nochmals zusätzlich motiviert“, erzählt Wecht. Den Laufsplit absolvierte er in 1:23,45 Stunden, Ganz in 1:32,49 Stunden.

Am Ende erreichen beide das Ziel mit beeindruckenden Zeiten: David Wecht sprintet nach 4:50,53 Stunden (177. AK M30-34; 791. Gesamtrang) und Florian Ganz nach 5:03, 37 Stunden (212. AK M40-44; 1284. Gesamtrang) über die Ziellinie. „Ein tolles Rennen mit motivierendem Publikum, aber jetzt freue ich mich auf die Off-Season“ resümierte Ganz. jwe