Triathlon

Die WM soll das i-Tüpfelchen für Florian Ganz werden

Der Weinheimer Altersklassen-Triathlet startet bei der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in Lahti und hofft auf die Profis als Zugpferde

Florian Ganz (links) und Christian Fischer vom Team Radsport Wagner bei der Übergabe des Scheibenrades. Das soll dem Weinheimer Triathleten bei seiner WM-Teilnehme in Lahti noch zusätzlich pushen. Foto: Florian Ganz
Florian Ganz (links) und Christian Fischer vom Team Radsport Wagner bei der Übergabe des Scheibenrades. Das soll dem Weinheimer Triathleten bei seiner WM-Teilnehme in Lahti noch zusätzlich pushen.

Florian Ganz, Triathlet des Team Radsport Wagner der TSG 1862 Weinheim, steht kurz vor einer weiteren Herausforderung in seiner sportlichen Karriere. Nach seinem beeindruckenden Abschneiden beim 24-Stunden-Radrennen in Kelheim, wo er eine Gesamtfahrstrecke von 640 Kilometern erreichte (wir haben berichtet), bereitete er sich auf die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft vor, die am Sonntag in Lahti, Finnland, stattfindet. Bereits letztes Jahr im August hat sich Ganz dafür in Maastricht qualifiziert. Wir haben mit dem 40-Jährigen während seines Familienurlaubs im Baltikum über diese neue Herausforderung gesprochen. Start ist um 6.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

Florian, zunächst einmal Glückwunsch zum beeindruckenden Erfolg beim 24-Stunden-Radrennen in Kelheim. Wie hat Sie dieses Rennen auf die Teilnahme an der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft vorbereitet?

Florian Ganz: Vielen Dank! Das Radrennen in Kelheim war definitiv eine harte Herausforderung, die mir gezeigt hat, dass ich sowohl körperlich als auch mental in der Lage bin, über lange Zeiträume hinweg Höchstleistungen zu erbringen. Die Erfahrung, Stunden im Sattel zu verbringen und dabei meine Ausdauer und Energieverwaltung zu testen, wird mir sicherlich bei der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in Finnland zugutekommen. Des Weiteren habe ich gerade nach Kelheim einen enormen Schub beim Radfahren verspürt. Ich hoffe allerdings, dass das Radfahren diesmal in weniger als zweieinhalb Stunden erledigt ist (lacht).

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Wie wird Lahti? Und wofür steht eigentlich 70.3?

Ganz: 70.3 ist die in Meilen ausgedrückte Distanz über die drei Disziplinen im Triathlon für dieses Rennen. Die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft ist eines der herausragenden Events im Triathlonsport. Es handelt sich um eine Mitteldistanz, bestehend aus 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen. Das Rennen findet jedes Jahr an einem anderen Ort statt, und dieses Jahr bietet Lahti in Finnland mit einer malerischen Landschaft eine atemberaubende Kulisse. Die Strecke verspricht zudem anspruchsvolle Herausforderungen, insbesondere durch die hügelige Landschaft beim Radfahren und Laufen.

Wie lief die Vorbereitung?

Ganz: Intensiv. In den letzten Monaten habe ich gemeinsam mit meinen Vereinskollegen an meiner Schwimm- und Radform gearbeitet. Laufen war ich meistens alleine, da ich dies spontan in den Tagesablauf eingebaut habe. Mein Training hat hierbei mehrere Aspekte umfasst, darunter lange Radtouren durch den Odenwald, Schwimmtraining im Freiwasser in Hemsbach und im TSG-Waldschwimmbad. Zu guter Letzt anspruchsvolle Laufeinheiten mit Intervallen im flachen und hügeligen Gelände. Außerdem habe ich im Bereich der Ausrüstung weiter optimiert, um die sogenannten „Marginal Gains“ zu holen.

Was sind denn diese „Marginal Gains“ ?

Ganz: „Marginal Gains“ bezeichnet ein Konzept, durch eine Vielzahl kleiner Optimierungen und Verbesserungen in verschiedenen Bereichen einen Gesamtvorteil zu erzielen. Im Triathlon bedeutet das, dass sich selbst scheinbar kleine Anpassungen an Training, Ernährung, Ausrüstung und Technik summieren können, um letztendlich eine bessere Leistung zu erzielen. Zum Beispiel kann das Feintuning der Aerodynamik durch ein Scheibenrad auf dem Fahrrad zu einem Zeitvorteil führen. Ein Scheibenrad ist eine spezielle Art von Laufrad mit einer glatten und scheibenförmigen Oberfläche. Dies führt zu einem geringeren Luftwiderstand, was besonders bei hohen Geschwindigkeiten von großem Vorteil ist. Ein solche „Scheibe“ bin ich bisher noch nicht gefahren und dank der Unterstützung von Micha Wagner und dem Team bei Radsport Wagner bin ich nun stolzer Besitzer einer solchen und sie wurde an mein Rad angepasst.

Welche Ziele haben Sie sich für die Weltmeisterschaft gesetzt?

Ganz: Mein Hauptziel ist es, mein Bestes zu geben und das Rennen in Lahti zu genießen. Nach all der erfolgreichen Vorbereitung soll dies das i-Tüpfelchen dieser Saison werden. Mit dem neuen Equipment bin ich gerade auf das Radfahren gespannt. Micha Wagner hat zu mir gemeint, dass die Scheibe umso mehr bringt, je schneller man ist. Dies ist nun noch ein weiterer Ansporn. Abschließend ist noch zu erwähnen, dass ich zehn Minuten nach den Profis und der Weltelite starten werden. Am Ende werden zwei Runden gelaufen und wenn alles klappt, dann bin ich schnell genug unterwegs, damit mich der eine oder andere Profi vielleicht noch überrundet und ich ein paar Meter mitgezogen werde.

Florian, wir wünschen Ihnen alles Gute für die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in Lahti und drücken fest die Daumen.

Ganz: Vielen Dank! Ich freue mich schon auf den Zieleinlauf und die damit verbundenen Emotionen. Klasse ist es wieder, dass im Zielbereich meine Familie und meine Schwester warten werden. Die Tage davor und danach werden wir noch in Finnland gemeinsam genießen, bevor es mit dem Wohnmobil wieder auf die Rückreise geht.Von Joachim Essig

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