Triathlon

Florian Ganz schwitzt für Kinder in Indien

Der Weinheimer Triathlet gewinnt di1 113 Kilometer beim Bergman in Mysuru. Wichtiger ist aber sein Spendenprojekt für gehandicpate Kinder

Sunil Jain, Gründer des Spendenempfängers IWTT, Florian Ganz und der Veranstalter bei der Siegerehrung (von links). Foto: Ganz/privat
Sunil Jain, Gründer des Spendenempfängers IWTT, Florian Ganz und der Veranstalter bei der Siegerehrung (von links).

Einen Saisonauftakt ganz anderer Art wählte Florian Ganz, Triathlet der TSG Weinheim vom Team Radsport Wagner: Er gestaltete seinen Jahresauftakt als Spendenlauf und freute sich neben hohem Spendenaufkommen über einen ersten Platz beim Bergman 113 Triathlon im indischen Mysuru.

Die sportliche Veranstaltung war für „Flo“ Ganz eher Nebensache. Im Vordergrund stand für ihn der gute Zweck – eine Spendenkampagne, die Ganz unter dem Namen Tri2Support zur Unterstützung eines Inklusionsprojektes in Indien ins Leben gerufen hat. Dem Aufruf, der etwas mehr als 4500 Euro eingebracht hat, sind mehr als 100 Privatpersonen und zwei Firmen, hep global aus Güglingen und Evora IT Solutions mit Sitz in Walldorf, gefolgt.

Die Spende kam der Indian Wheelchair Tennis Tour (IWTT) zugute. Sie hat das Ziel, 60 Kilometer nördlich von Bangalore das erste Zentrum für Rollstuhltennis in Indien zu errichten. Die IWTT-Initiative ermöglicht es Kindern mit körperlichen Einschränkungen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und durch den Sport soziale Integration zu erfahren.

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Die Idee kam Ganz auf der Rolle

„Mittlerweile ist der Spatenstich für das Zentrum erfolgt und das Bauvorhaben in vollem Gange“, erzählt Ganz. „Die Idee kam mir, als ich mal wieder etliche Kilometer auf meiner Rolle gesessen bin und mir überlegt habe, ob man mit dem Sport nicht auch etwas Sinnvolles verbinden kann. Es lag daher auch nahe, eine Veranstaltung in Indien herauszusuchen, zumal ich in diesem Land viel geschäftlich zu tun habe und es unheimlich faszinierend finde.“

Die Veranstaltung, auf die seine Wahl gefallen ist, war der Bergman Triathlon in der Stadt Mysuru, gelegen im Bundesstaat Karnataka im Südwesten Indiens. Die Veranstaltung, mit einer Mitteldistanz von insgesamt 113 Kilometern, war herausfordernd. Zunächst mussten die 120 Teilnehmer 1,9 Kilometer im lokalen See schwimmen. Das Gewässer war aufgrund ausgebliebener Regenfälle stark ausgetrocknet und bot dadurch eine Herausforderung eigener Art. Ganz schaffte es trotzdem in 39 Minuten, bevor er auf sein Zeitfahrrad wechselte. Die 90 Kilometer vor atemberaubender Kulisse waren für Ganz nur eingeschränkt zu genießen. Zu sehr musste er bedacht darauf sein, die Verfolger in dem bergigen und kurvenreichen Gelände auf Abstand zu halten. „Die Straßen waren aber super, einen so glatten Asphalt habe ich gar nicht erwartet“, berichtet Ganz.

Laufen bei 36 Grad in praller Sonne

Die Stoppuhr blieb für den Radsplit bei ordentlichen 2:29 Stunden stehen. Zum Abschluss folgte ein Halbmarathon, also ein Lauf über 21,1 Kilometer, eigentlich Ganz’ Lieblingsdisziplin. Allerdings waren die Bedingungen bei 36 Grad Celsius und ohne Schatten spendende Bäume oder Gebäude hart. „Dafür waren die 1:39 Stunden echt noch gut. Ich war mental ganz gut drauf und habe mich von den Bedingungen nicht aus dem Konzept bringen lassen“, sagt Ganz.

„Auch nicht durch die niedrige Startnummer“, schiebt er lachend hinterher. Die passte dann zu Podiumsplatz Nummer 1, wo Ganz als Sieger gekürt wurde. Die Strapazen waren spätestens vergessen, nachdem der TSGler die um die Siegprämie angereicherten Spendengelder noch während der Siegerehrung direkt an Sunil Jain, den Gründer der IWTT, übergeben konnte.

Im Ergebnis ein toller Start ins Wettkampfjahr für die Weinheimer Triathlonabteilung, die sich auf weitere Höhepunkte, wie beispielsweise die Teilnahme von Florian Ganz und Felix Swiczinsky an der Ironman Weltmeisterschaft auf Kona, Hawaii, im Oktober freuen darf. jwe