Handball

Jetzt hält S3L wieder alles für möglich

Saase3Leutershausen II feiert den ersten Regionalliga-Heimsieg und macht mit neuem Selbstvertrauen eine Kampfansage. Seitz und Mangold überragen beim 37:30

Endlich geschafft: Die Handballer von S3L II nach dem ersten Heimsieg dieser Regionalliga-Saison. Foto: Anja Treiber
Endlich geschafft: Die Handballer von S3L II nach dem ersten Heimsieg dieser Regionalliga-Saison.

Die Regionalliga-Handballer von Saase3Leutershausen durften endlich den ersten Heimsieg dieser schwierigen Saison feiern. Kurz vor Spielbeginn verloren sich gerade mal 80 Zuschauer auf der Tribüne der Großsachsener Sachsenhalle. Doch die gaben alles, trommelten, klatschten, schrien – und die Mannschaft lieferte.

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Zwei Minuten vor Spielende huschte den Spielern des in dieser Runde gebeutelten Reserveteams schon in der Abwehr ein Lächeln übers Gesicht. Nach dem Schlusspfiff fielen sie sich erleichtert in die Arme. Das 37:30 (18:17) gegen den TSV Heiningen macht Hoffnung. Die S3L II kletterte im vorletzten Spiel des Jahres auf den 13. Platz. Und der würde Stand jetzt zum Verbleib in der Regionalliga reichen.

Ligaverbleib fest im Visier

„Das ist und bleibt unser großes Ziel. Das haben wir zu Rundenbeginn gesagt und jetzt gesehen, dass es auch möglich ist“, sagen Moritz und Bastian Seitz unisono. Der S3L-Torhüter und der Spielmacher der Gelb-Roten waren die überragenden Akteure der Partie. Mangold mit 24 Paraden, Seitz mit unglaublichen 16 Toren und vielen Assists auf seine Mitspieler. „Am Ende war es aber eine Teamleistung. Inzwischen merkt man, dass ich im Gegensatz zum Saisonbeginn auch bei der zweiten Mannschaft mit trainiere, wir finden uns immer besser zusammen“, sagte der Mann mit der Nummer 17, der sich an so viele Tore in einem Spiel zuletzt in seinen C-Jugend-Zeiten erinnerte.

16 Tore in einem Spiel: Regisseur Bastian Seitz war beim ersten Saison-Heimsieg von Saase3Leutershausen II, hier gegen die Heininger Weißer und Braun, nicht zu stoppen. Foto: Katrin Oeldorf
16 Tore in einem Spiel: Regisseur Bastian Seitz war beim ersten Saison-Heimsieg von Saase3Leutershausen II, hier gegen die Heininger Weißer und Braun, nicht zu stoppen.

Und auch Mangold, ohnehin einer der Leistungsträger in der Mannschaft, musste lange zurückdenken, ehe er sich an 24 eigene Paraden in 60 Minuten erinnerte. „Am Ende haben wir als Mannschaft gewonnen. Das ist es, was zählt. Und das zeigt uns auch, dass noch alles drin ist in dieser Runde. Die Teams, die mit uns im unteren Bereich der Tabelle stehen, müssen in der Rückrunde alle noch zu uns. Bis auf Spitzenreiter Köndringen/Teningen sind eh alle Gegner schlagbar“, sagt der Schlussmann, der seinen gerade bei 1:1-Aktionen oft „sehr grün“ aussehenden Vorderleuten die nötige Sicherheit gab.

„Entwicklung ist klar sichtbar“

Das Selbstvertrauen ist da nach dem dritten Saisonsieg im 14. Spiel einer Saison, die mit üblen Klatschen begann. Aber anhand der Tabellensituation will S3L-Trainer Timo Baumann die Lage ohnehin nicht bewertet wissen. Schließlich war bei der Konstellation der jungen Mannschaft, dem anfänglichen Verletzungspech und der ausbleibenden Hilfe „von oben“ klar, dass die Runde mehr als schwierig werden würde.

„Die Entwicklung ist aber ganz klar zu sehen. Nicht nur anhand der Ergebnisse. Bei drei, vier Spielen waren wir sehr nah dran am Punkten. Super, dass das jetzt endlich zuhause geklappt hat. Wir steigern uns wirklich Woche für Woche“, sagte Baumann. Diesen Trend würde die Mannschaft gerne am Samstag fortsetzen. Im letzten Spiel des Jahres geht es zum direkten Tabellennachbarn TSV Blaustein, den die S3L gerade hinter sich gelassen hat. Punkte dort würden fast doppelt zählen.

Am Samstagabend gegen den TSV Heiningen zeigten die Bergsträßer von Beginn an, dass die Punkte in der Sachsenhalle bleiben würden. Nur einmal lag Heiningen beim 10:11 (19.) in Führung, als die Gäste einen Mangold-Fehlpass beim Gegenstoß ihrerseits zu einem Treffer nutzten. Doch der S3L-Schlussmann machte seinen Fauxpas mit vielen vielen Rettungstaten schnell wieder gut und vorne war es immer wieder Bastian Seitz, der mit seiner Schnelligkeit die offensive 3:2:1-Abwehr des Gegners düpierte. „Im zweiten Durchgang, als sich dann mehr auf mich konzentriert hat, haben sich die Räume für andere ergeben. Es lief einfach super heute“, sagte Seitz, der mit dem 18:17-Pausenstand sein zehntes Tor in 30 Minuten erzielt hatte.

In der zweiten Hälfte traute sich dann auch Niklas Thierauf mehr zu, insgesamt wurde das Offensivspiel variabler und Moritz Mangold zog den Heiningern mit Paraden völlig freier Würfe bereits in den ersten Minuten nach Wiederanpfiff den Zahn. Über das 20:17 zogen die Gastgeber auf 27:21 davon. Da fielen selbst die zwölf Ballverluste (gegenüber acht der Gäste) in der Statistik nicht mehr ins Gewicht.

S3L II: Mangold, Schlafmann; Gutsche (3), Keller, Alt (1), Ullrich (2), Thierauf (7), Anschütz (2), Kruse (4), Seitz 16/2), Scholz (1), Keil, Kneier. Schmitt.