Feuer im GSI Darmstadt

Feuer an Forschungszentrum «Rückschlag» für die Wissenschaft

Wegen eines Kurzschlusses kommt es zu einem verheerenden Brand auf dem Gelände des Darmstädter GSI. Für ein internationales Forschungsprojekt hat das Folgen.

Das Feuer hat für einen erheblichen Schaden gesorgt. Foto: Peter Knapp/dpa
Das Feuer hat für einen erheblichen Schaden gesorgt.

Darmstadt (dpa/lhe) - Ein «schwarzer Tag» für das Darmstädter GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenfoschung - so bezeichnete der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD) den Donnerstag. Am Morgen war an einem Gebäude auf dem Gelände der Forschungseinrichtung ein verheerendes Feuer ausgebrochen, stundenlang kämpften bis zu 160 Feuerwehrleute gegen die Flammen. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis Freitag.

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Vor Ort entsteht seit einigen Jahren eine Anlage mit Teilchenbeschleuniger für ein internationales Forschungsprojekt, das mehrere Milliarden Euro Investitionen beinhaltet. Mit der Anlage wollen die Forscher mehr über die Entstehung des Universums herausfinden, vor dem Brand sollten Ende 2027 mit ersten Experimenten und Ende 2028 auch mit dem neuen 1,1 Kilometer langen Beschleunigerring geforscht werden.

Verzögerungen bei Großprojekt erwartet

Obwohl die Anlage nicht direkt vom Feuer betroffen war, werden nun Verzögerungen beim Projektstart erwartet. Ein für Dezember geplanter Termin für einen Probelauf des neuen Teilchenbeschleunigers sei nach jetzigem Kenntnisstand nicht mehr zu halten. Welche Auswirkungen das Feuer auf das Großprojekt in Gänze habe, müsse abgewartet werden, sagte Wissenschaftsminister Gremmels (SPD) bei einem Besuch der Unglücksstelle.

Auch der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Martin Keller, sprach von einem «Rückschlag für die Helmholtz-Gemeinschaft, den Forschungsstandort Deutschland und nicht zuletzt für die internationale Wissenschaftscommunity».

Ausmaß des Schadens noch unklar

Die Schadenshöhe und die genaue Ursache für den Brand sind nach Angaben der Polizei in Darmstadt auch am Sonntag weiterhin unklar. Noch habe keine Begehung des Brandortes stattgefunden, sagte ein Sprecher. Das Gebäude könne nicht betreten werden. Nach Angaben des Forschungszentrums wurde das Feuer durch einen Kurzschluss ausgelöst. Warum es zu diesem gekommen war, sei aber noch unklar.

Auch das volle Ausmaß der Schäden sei ohne die Begehung noch nicht abschätzbar, so der Polizeisprecher. Die Feuerwehr hatte von einem erheblichen Schaden gesprochen.