Historische Altstadt nach Gasalarm mehrere Stunden geräumt
Alarm in Bad Camberg: Nach einem Gasleck mussten die Häuser in mehreren Straßen geräumt werden. Am Nachmittag kommt schließlich die Entwarnung.
Bad Camberg (dpa/lhe) - Nach einem Gasalarm in Bad Camberg (Kreis Limburg-Weilburg) musste die historische Altstadt für mehrere Stunden geräumt werden. Am Nachmittag konnte nach Angaben der Stadt das Gasleck erfolgreich geschlossen und die Gefahr gebannt werden. Die Anwohner durften in ihre Häuser zurückkehren, wie Bürgermeister Daniel Rühl (CDU) sagte.
Am Vormittag war bei Renovierungsarbeiten in einem Wohn- und Geschäftshaus eine Gasleitung beschädigt worden. Die gesamte Altstadt musste evakuiert werden. Laut einem Sprecher leben 800 Menschen in dem Gebiet. Nach den Worten des Bürgermeisters waren mehr als 180 Einsatzkräfte vor Ort. In der Altstadt wurden vorübergehend Strom und Gas abgestellt.
«Und dann sind wir gerannt»
Markus Heun betreibt in dem betroffenen Wohn- und Geschäftshaus ein Steuerberaterbüro. Er habe während der Arbeit plötzlich die Sirenen der Feuerwehr gehört, erzählte er. Und dann habe die Feuerwehr vor dem Haus gestanden. Daraufhin sei er zu seiner Frau Irina gelaufen, die im Nachbarhaus einen Buchladen hat. «Und dann sind wir gerannt», sagte Irina Heun. «Es war gruselig.» Auch eine Kundin und eine Mitarbeiterin seien dabei gewesen.
Das Ehepaar Heun hat den Tag nach eigener Aussage dann im Kurpark verbracht, in sicherer Entfernung. Als sie am Nachmittag in ihre Geschäfte zurückkehren, funktioniert auch bald der Strom wieder. Im Schaufenster der Buchhandlung hängt noch ein Zettel: «Heute wegen Gasleck und Stromausfall geschlossen.»
Schwieriger Einsatz in enger Altstadt
Nach den Worten von Bürgermeister Rühl hat der Hausbesitzer das Leck selbst gemeldet. In dem Gebäude befinden sich auch ein Massagesalon und ein Kosmetikstudio. Wegen der engen Altstadt sei schnell klar geworden, dass es sich um einen größeren Einsatz handelt, sagte Rühl. Die Evakuierung sei problemlos gewesen. «Alles ist sehr ruhig gelaufen», erklärte der CDU-Politiker.
Für die Evakuierten wurde eine Betreuungsstelle in der Turnhalle einer Rehaklinik eingerichtet. Viele Menschen seien bei Freunden und Bekannten untergekommen. Mitten in den Ferien seien nicht alle der 800 gemeldeten Anwohner zu Hause gewesen. Im Haus mit dem Gasleck gebe es sieben Bewohner.
Die Evakuierung betraf auch die Stadtverwaltung selbst, die in der direkten Nachbarschaft ihre Büros hat - rund 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mussten den Arbeitsplatz räumen, wie Rühl berichtete.
Vorerst von Gasversorgung abgetrennt
Das betroffene Haus müsse nun noch belüftet werden, das Gasleck im Keller habe erfolgreich abgedichtet werden können. Vor den Arbeiten im Haus sei die Gasleitung vor dem Gebäude freigelegt worden. Gebuddelt wurde mit der Schaufel per Hand - wegen der Explosionsgefahr, wie Rühl erläuterte. Die Leitung sei abgetrennt worden, damit kein Gas mehr nachfließen kann.
Die Gaskonzentration im betroffenen Keller war zunächst so hoch gewesen, dass die Rettungskräfte diesen vorerst nicht betreten konnten. Das Haus ist derzeit noch abgetrennt von der Gasversorgung.