Streit um Hessen-Löwen

Landesregierung kontert Kritik an neuem Hessen-Design

Wichtiger neuer Look für Hessen oder teure PR? Am neuen hessischen Landesdesign hat sich ein Streit entzündet. Was die Staatskanzlei Kritikern entgegenhält.

Das traditionelle Wappen mit dem Löwen wurde modernisiert und durch den Schriftzug «Hessen» ergänzt. (Archivbild) Foto: Sandra Trauner/dpa
Das traditionelle Wappen mit dem Löwen wurde modernisiert und durch den Schriftzug «Hessen» ergänzt. (Archivbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessens Staatskanzlei hat Kritik an dem neuen Landesdesign zurückgewiesen. Der Chef der Staatskanzlei, Benedikt Kuhn, erläuterte im Haushaltsausschuss des Landtags, die bisherige Hessenmarke und das damit verbundene Corporate Design System seien bereits 22 Jahre alt. Es habe kein einheitliches Erscheinungsbild des Landes mehr gegeben, sondern ein «Wimmelbild» an verschiedenen Logos, sagte er nach Angaben eines Regierungssprechers. Zuvor hatten mehrere Medien über die Ausschusssitzung berichtet. 

Zum 80-jährigen Landesjubiläum bekommt das Hessen-Logo ein neues Erscheinungsbild. Das traditionelle Wappen mit dem Löwen wurde modernisiert und durch den Schriftzug «Hessen» in Großbuchstaben ergänzt.

Zu den Kosten für das neue Landesdesign nannte Kuhn im Ausschuss eine Gesamtsumme von rund 526.000 Euro. Darin enthalten sind einer Aufstellung der Staatskanzlei zufolge Agenturkosten für die Entwicklung des Designs von rund 290.000 Euro sowie unter anderem 127.000 Euro für ein dazugehöriges Modelabel und die Einführungsveranstaltung für die neue «Hessen-Kollektion». 

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

«Ein Land, der Staat, braucht ein einheitliches Erscheinungsbild»

Die Kosten seien vertretbar, ausgehend von der Nutzungsdauer des bisherigen Corporate Designs von 22 Jahren, sagte Kuhn. «Ein Land, der Staat, braucht ein einheitliches Erscheinungsbild gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.» Dieser einheitliche Auftritt, der erkennbar werden lasse, wo das Land überall aktiv sei, könne einen Beitrag gegen Staats- und Politikverdrossenheit leisten, ergänzte Kuhn.

Kritik der Landtagsopposition - «pompöse PR-Aktion»

Die haushaltspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Marion Schardt-Sauer, hielt dem entgegen, ein neuer Hessen-Löwe helfe nicht gegen Staatsverdrossenheit. Im Gegenteil: Teure und pompös inszenierte PR-Aktionen lösten eine solche Verdrossenheit mit aus. 

Die Grünen-Landtagsfraktion kritisierte das neue Landesdesign als «Beispiel für die völlig falsche Prioritätensetzung» der Landesregierung. «Für die eigene Eitelkeit ist Geld da, alle anderen sollen den Gürtel enger schnallen», erklärte die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Miriam Dahlke.