Tag der offenen Rechenzentren

Warum stehen so viele Rechenzentren in Hessen?

Die Rhein-Main-Region mit Frankfurt ist ein wichtiger Standort für Rechenzentren in Europa. Warum ist das so? Und warum gibt es daran auch Kritik?

Auch in Hessen beteiligen sich heute Einrichtungen am bundesweiten Tag der offenen Rechenzentren. (Symbolbild) Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Auch in Hessen beteiligen sich heute Einrichtungen am bundesweiten Tag der offenen Rechenzentren. (Symbolbild)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - «Wo wohnt eigentlich das Internet?!» - das ist das Motto des bundesweiten Tags der offenen Rechenzentren am heutigen Freitag. Besucherinnen und Besucher können bei geführten Touren mehr über die Zentren lernen. Mit dabei sind auch mehrere Rechenzentren Hessen, vor allem in und um Frankfurt. 

Dass die Rhein-Main-Region mit der Mainmetropole ein bedeutender Digital-Standort ist, hat vor allem mit dem Internetknoten De-Cix in Frankfurt zu tun. Dieser zählt zu den größten Internetknoten weltweit. Am De-Cix treffen viele nationale und internationale Datenströme aufeinander, was die Mainmetropole zu einem zentralen Umschlagplatz für Datenverkehr in Europa macht. 

Und es gibt weitere Gründe wie etwa die Nähe zum Finanzplatz Frankfurt und die über Jahrzehnte gewachsene Netzinfrastruktur, wie es aus dem Digitalministerium in Wiesbaden heißt. 

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Ein Drittel der deutschen Kapazitäten entfällt geschätzt auf Hessen

«Rund ein Drittel der deutschen Rechenzentrumskapazitäten entfällt nach jüngsten Schätzungen auf Hessen», heißt es dort. Die genaue Zahl der Rechenzentren sei schwer zu beziffern, nach Einschätzung des Ministeriums sind es hessenweit mindestens 120 - die meisten davon in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet. Weitere sind in Planung.

Rechenzentren seien das Rückgrat des digitalen Alltags und einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft, so das Ministerium. Die Bedeutung zeige sich auch an den Milliardeninvestitionen internationaler Technologieunternehmen wie Amazon und Google. 

Kritiker: Flächenfraß und zu viel Strom- und Wasserverbrauch 

Allerdings gibt es auch deutliche Kritik an Rechenzentren. Umweltschützer warnen nicht nur vor dem enormen Flächenfraß. Probleme seien zudem ein hoher Wasserverbrauch für die Kühlung der Server und der immense Strombedarf der Rechenzentren, der den Ausbau von Stromtrassen nach sich ziehe, erklärte unlängst der BUND. 

Wie steht es konkret um den Stromverbrauch? Nach Erhebungen des Digitalverbands Bitkom benötigen Rechenzentren und kleinere IT-Installationen im laufenden Jahr in Deutschland rund 23 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das entspricht in etwa dem gesamten Jahresstromverbrauch von rund 6,5 Millionen Haushalten - also mehr als allen Privathaushalten in ganz Nordrhein-Westfalen oder Bayern. 

Bis 2030 wird ein Anstieg auf 35 bis 38 Milliarden Kilowattstunden erwartet, bis 2035 könnte der Bedarf sogar auf 56 bis 70 Milliarden Kilowattstunden anwachsen. 

Zugleich schlägt die Branche Alarm: Mangelnde Netzkapazitäten und langwierige Genehmigungsverfahren drohen zum massiven Flaschenhals für den Digitalstandort zu werden.