«Wohnungskrise»: Linke fordert staatliches Handeln
Wiesbaden (dpa/lhe) - Der Wohnraum in Städten ist knapp, die Mieten steigen: Die Linke im Wiesbadener Landtag spricht von einer «Wohnungskrise in Hessen». Die Oppositionsfraktion bezog sich dabei am Mittwoch auf eine neue Wohnstudie der parteinahen Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie auf Antworten der Landesregierung auf parlamentarische Anfragen.
Demnach stiegen die durchschnittlichen Angebotsmieten in Hessen seit 2014 um ein Drittel. Außerdem fallen bis Ende 2025 weitere 4500 öffentlich geförderte Wohnungen aus der Sozialbindung. Zudem stagniere die Modernisierungsquote bei der landeseigenen Wohnungsgesellschaft Nassauische Heimstätte/Wohnstadt (NHW) seit Jahren auf einem viel zu niedrigen Niveau.
Linken-Fraktionschef Jan Schalauske zufolge zeigt all dies: «Der Markt wird es allein nicht richten. Die Landespolitik kann und muss entschlossen handeln, um bezahlbaren Wohnraum zu schützen und neu zu schaffen.»
Anne Göbel, Autorin der aktuellen Studie, erklärte, Haushalte mit wenig Geld seien besonders betroffen: Sie müssten in zahlreichen Großstädten mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufbringen und daher «stärker durch wohnungspolitische Instrumente des Landes geschützt werden». Florian Janik, ebenfalls Autor der Studie, ergänzte: «Die Schlüssel für eine dauerhaft bezahlbare, sozial- und klimagerechte Wohnraumversorgung sind gemeinwohlorientierte und öffentliche Wohnungsunternehmen wie die Nassauische Heimstätte/Wohnstadt.»
Laut Stefan Thimmel von der Rosa-Luxemburg-Stiftung engagieren sich «immer mehr Menschen für eine linke und solidarische Stadtpolitik». Eine wohnungspolitische Konferenz an diesem Freitag und Samstag (16./17. Juni) in Frankfurt solle zeigen, «dass bezahlbarer Wohnraum möglich ist».