Irish-Folk-Festival: Eine Idee bringt Irland in den Odenwald
Vorfreude und eifrige Vorbereitungen prägen das Bild im Irish Pub Mac Menhir in Nieder-Liebersbach. Am 2. und 3. August wird der Pub erneut zum Zentrum für irische Musik, mit beliebten Bands und einer einzigartigen Atmosphäre. Was macht dieses Festival so besonders, dass es Jahr für Jahr hunderte Besucher anzieht?
Draußen vor der Tür wechseln sich Sonne und Wolken ab, und drinnen wird fleißig gewerkelt: Im Irish Pub Mac Menhir in der Nächstenbacher Straße in Nieder-Liebersbach deuten bereits alle Zeichen auf das Festival hin, das aus dem Birkenauer Veranstaltungsleben nicht wegzudenken ist. Am Freitag, 2. August, und Samstag, 3. August, findet das 16. Irish-Folk-Festival statt – „wobei es streng genommen das 18. ist, wenn man die beiden kleineren Veranstaltungen in den Pandemiejahren dazurechnet“, erklärt Peter Mitsch. Vor 18 Jahren luden er und seine Frau Lilly also zum ersten Festival ein – und lösten damit bei vielen die Liebe zu Irland und zur irischen Musik aus, die weit über die Grenzen von Birkenau hinaus spürbar ist.
Was früher das Café Mitsch war, das Lilly und Peter Mitsch seit dem Jahr 1986 führten, ist seit 2016 ganz offiziell der Irish Pub Mac Menhir – der Name bedeutet nichts anderes als Hinkelstein. Doch bereits Jahre zuvor zeichnete sich ab, dass an ebendieser Stelle Liebhaber der irischen Musik und des Lebens auf der Grünen Insel einen Treffpunkt gefunden hatten. Zu diesen gehört auch Michael Böhler, das Birkenauer Aushängeschild, wenn es um (irische) Musik geht, und der bereits beim allerersten Irish-Folk-Festival auf der Bühne stand.
Eine besondere Freundschaft
Mitsch und Böhler, die sich vor über 40 Jahren im Spielmannszug der SVG kennenlernten, verbindet viel: Die Liebe zur Musik und zu Irland, beide haben am selben Tag Geburtstag – „und man könnte sagen, dass Michel musikalisch auf der Pubbühne groß geworden ist“, erinnert sich Mitsch in dem Pub sitzend, in dem schon so viel musikalisch passiert ist. Konzerte – vor der Pandemie regelmäßig einmal im Monat –, die jährliche Feier zum Saint-Patrick’s-Day, Pubquiz- und Bingoabende – und natürlich das Irish-Folk-Festival mit gleich mehreren Bands. Aber wie kam es eigentlich dazu, dass in Nieder-Liebersbach regelmäßig die Festivalbühne aufgebaut wird?
Eine Idee braucht mehr Platz
„Alles begann mit der Idee, dass wir für einen Auftritt bei uns eine irische Stepptanzgruppe organisieren wollten. Da es drinnen jedoch zu klein dafür war, haben wir schließlich draußen eine Bühne aufgebaut“, erinnert sich der 74-Jährige, in dessen Pub viel Liebe zum Detail steckt. Die Wände zieren Fotoaufnahmen aus Irland und Plakate von Konzertankündigungen aus den letzten Jahrzehnten, von einer Zimmerecke zur anderen sind Guinness-Fahnen gespannt und die kleine Bühne steht bereit für Auftritte bei geselligen Abenden. Und in dem Pub steckt viel handwerkliches Geschick. Denn die Theke in Steinoptik gestaltete Mitsch eigenhändig aus Gips – seine Erfahrungen als Dekorateur, was er als ersten Beruf erlernte, kommen ihm hier zugute. Und viel von Mitsch steckt auch im neuen Nebenraum des Irish Pub, der zum Festivalwochenende eingeweiht wird. Denn auch diesen hat Mitsch in vielen Stunden gestaltet und aus Gips einen Kamin geschaffen. Am 2. und 3. August ist im Nebenraum dann die Whiskey-Theke zu finden, nach dem Festival dient der Raum dann vor allem dem Dartspielen.
Auf Unterstützung bauen
Zurück zur Geschichte des Irish-Folk-Festivals: Die Open-Air-Veranstaltung fand schnell viele Fans, und zum Tanz kam schließlich die Musik. Die ersten Bands, die auf der Festivalbühne standen, kannten die Mitschs bereits von Auftritten in ihrem ehemaligen Café Mitsch und so kam eines zum anderen, das Festival entwickelte sich schließlich zu dem, was es heute ist, und wurde relativ schnell zum „Selbstläufer“. Mittlerweile zählt das Irish-Folk-Festival jährlich insgesamt bis zu 600 Besucher, die die irische Musik feiern. Warum ist diese so beliebt? „Ich denke, dass es vor allem auch an der Atmosphäre liegt, die versprüht wird, und eben an dem irischen Flair“, sagt Mitsch. Er selbst ist von Irland seit einem Urlaub in den 80er-Jahren begeistert. Ein entsprechendes Festival in der Heimat erscheint da nur als logische Konsequenz. Bei einer Veranstaltung in dieser Größenordnung ist eine sorgfältige Vorplanung notwendig, bereits im Januar werden daher die Bands angefragt, erklärt Mitsch. Er und seine Frau können sich bei der Planung und Vorbereitung – auch wenige Tage vor dem Festival – auf viele Unterstützer verlassen, die mit anpacken. Die Gruppe besteht aus Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern, „ohne die wir das alles nicht stemmen könnten“, betonen Lilly und Peter Mitsch. Ebenso dankbar sind sie für das Verständnis der Nachbarn.
Aufbau am Donnerstag
Bevor am Freitag, 2. August, der erste Ton erklingt, heißt es „Aufbauen“, was einen Tag vorher passiert. Am ersten Festivaltag erwarten die Besucher dann die Bands „Síolta“ und „Paddy Goes To Holyhead“. Am zweiten Tag stehen Lorna Dooley und „Celtic Friends“ auf der Bühne. Letztere haben etwas Besonderes vorbereitet: Die Band rund um Böhler, die in diesem Jahr 25-jähriges Bestehen feiert, spielt unter anderem zusammen mit dem FUNtastiChor der SVG Nieder-Liebersbach und dem Singkreis Wilhelmsfeld unter der Leitung von Dirigentin Ria Günther im „Celtic Songs Project“.
Man darf also gespannt sein, Karten für das Festival in Nieder-Liebersbach gibt es sowohl im Vorverkauf als auch an der Abendkasse.