Endlich! Der Fahrstuhl am Windeckplatz wird ausgetauscht
Das Warten hat ein Ende. Die Vorbereitungen für den Komplettaustausch des Fahrstuhls am Windeckplatz laufen auf Hochtouren.
Das Warten hat endlich ein Ende: Die Vorbereitungen für den Komplettaustausch des Fahrstuhls am Windeckplatz in Weinheim laufen auf Hochtouren. So wurden gestern bereits von der Stadt großzügig Gummischutzmatten vor den beiden Türen des Aufzugs verlegt, um das Pflaster vor Beschädigungen zu schützen. Sichtschutzgitter sorgen zudem dafür, dass der Bereich für Passanten nur schwer einsehbar ist.
Am heutigen Dienstagvormittag wird das Demontageteam der beauftragten Firma "Otis" mit den Arbeiten beginnen und die teilweise tonnenschwere Mechanik und Elektrik aus dem Schacht fachgerecht ausbauen, wie Projektleiter Mustafa Yesilyurt unserer Zeitung bestätigt.
„Wir gehen davon aus, dass wir etwa sieben Wochen für Aus- und Einbau benötigen.“ Vorausgesetzt, der TÜV gebe den Aufzug dann wieder zeitnah frei.
Bei dem neuen Fahrstuhl – seit September 2023 ist der bisherige Fahrstuhl nach einer Notöffnung durch die Feuerwehr wegen eines angeblichen medizinischen Notfalls außer Betrieb – handelt es sich um eine Maßanfertigung, die individuell an die Schachtmaße angepasst werden muss. Zunächst fehlten Ersatzteile, am Ende wohl Manpower, um die barrierefreie Verbindung zwischen der Fußgängerzone und dem Schlossberg-Areal zeitnah zu reparieren. Die Stadtverwaltung machte die Reparatur zuletzt zur Chefsache.
Termin beim Lungenspezialisten
„Endlich tut sich was, und der Aufzug funktioniert hoffentlich bald wieder“, ruft ein älterer Herr beim mühsamen Treppensteigen in unmittelbarer Nähe zur eingerichteten Baustelle den Experten der Firma OTIS über das Sichtschutzgitter zu. Freuen tun sich auch die Bewohner der Senioren-Residenz Sankt Barbara, dass es endlich losgeht. Gabriele Gemmer (73) zum Beispiel müsste seit Wochen dringend zu ihrem Lungenspezialisten und dafür ist der Aufzug notwendig. „Eine andere Möglichkeit habe ich nicht.“ Und die 87-jährige Rita Gärtner hofft ebenfalls auf einen funktionierenden Fahrstuhl. So bekomme sie nur alle vier bis fünf Wochen Besuch von ihrer Verwandtschaft. An den Sonntagen hat sie sich früher immer die Zeit damit vertrieben, Menschen in der Fußgängerzone zu beobachten und mal ein leckeres Eis zu essen. „Darauf freue ich mich jetzt ganz besonders“, sagt die rüstige Dame. Und auch Claudia Schäfer, die eigentlich aus Sulzbach stammt, wie sie betont, hofft auf ein Ende des stillgelegten Aufzugs. Sie ist auf den Rollstuhl angewiesen und auf jemanden, der sie schiebt. Die Stufen stellen da eine unüberbrückbare Barriere dar. Es bleibt lediglich die Fahrt mit dem zweiten Fahrstuhl im Parkhausbereich Richtung Supermarkt, was für die alten Menschen natürlich sehr unbefriedigend ist (wir haben hier und hier und hier berichtet.)
Zwar hat die Stadt in Kooperation mit der Lebenshilfe immer vormittags einen Shuttlebus eingerichtet, doch ist der Einstieg für die Seniorinnen mit ihren Rollatoren und Rollstühlen einfach zu hoch, wie alle unisono bestätigen. Somit sei der Shuttlebus zwar eine gut gemeinte Alternative der Stadt gewesen, aber unbrauchbar für viele „Fahrgäste“.
Am heutigen Dienstag geht es also los mit den Arbeiten, die zur Weinheimer Kerwe aber schon wieder unterbrochen werden müssen, um dann – nach der Kerwe – voll durchzustarten.