Handball

Die S3L hat unglaubliches Verletzungspech

Das Drittliga-Team von Saase3Leutershausen stellt sich beim DHB-Pokalspiel am Samstag von selbst

Die neuen S3L-Farben sind gleichzeitig auch die badischen: Beim Handballteam Saase3Leutershausen gibt es mit Max Kessler, Tobias Schetters und Leon Keller (oben von links), Fabian Schwarzer, Nikola Sorda und Niklas Schwenzer (unten von links) auch einige neue Gesichter. Am Samstag um 20 Uhr startet die Spielgemeinschaft mit dem DHB-Pokalspiel gegen Hagen in die Pflichtspiele. Foto: Jonas Melcher
Die neuen S3L-Farben sind gleichzeitig auch die badischen: Beim Handballteam Saase3Leutershausen gibt es mit Max Kessler, Tobias Schetters und Leon Keller (oben von links), Fabian Schwarzer, Nikola Sorda und Niklas Schwenzer (unten von links) auch einige neue Gesichter. Am Samstag um 20 Uhr startet die Spielgemeinschaft mit dem DHB-Pokalspiel gegen Hagen in die Pflichtspiele.

„Beim Ein- und Auswechseln kann ich keine Fehler machen.“ Thorsten Schmid, Trainer des Handballteams Saase3Leutershausen, nimmt die aktuelle Personallage beim Drittligisten mit Galgenhumor. Denn die Mannschaftsaufstellung für das erste Pflichtspiel im DHB-Pokal am Samstag um 20 Uhr gegen Zweitligist Eintracht Hagen stellt sich quasi von selbst. Acht der 18 Spieler in der Kaderliste sind verletzt – und das teilweise noch richtig lang. Ohne Unterstützung der zweiten Mannschaft und der Männer, die eigentlich in die Handball-Rente hatten einsteigen wollen, sähe es nicht gelb-rot, sondern schwarz aus für den Saisonstart.

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Simon Spilger (Wade) und Tim Burkard (Schulter) kamen schon verletzt vom TVG Großsachsen , Yessine Meddeb (Knie) und Bastian Seitz (Schulter) verletzten sich im Vorbereitungsspiel. Max Preller musste sich einer geplanten Hand-Operation unterziehen und wird voraussichtlich erst im November wieder trainieren können, Torhüter Alexander Hübe wird auch noch ein wenig brauchen, ehe er nach seiner Meniskus-Operation wieder einsteigen kann.

Gleich acht Verletzte

Neuzugang Niklas Schwenzer machte nach überstandener Kreuzband-Reha seine ersten Testspiel-Minuten, wird aber noch etwas Zeit brauchen, um wieder in der 3. Liga anzukommen. Leon Keller, der sich die gleiche Verletzung noch bei den Rhein-Neckar Junglöwen zugezogen hat, wird voraussichtlich erst ab Dezember einsatzfähig sein. „Unser Hauptaugenmerk liegt aktuell darauf, die Trainingsbelastung so zu steuern, dass die, die die Hauptlast tragen, unversehrt bleiben“, sagt Schmid. Unter optimalen Voraussetzungen versteht man in Leutershausen sicher anderes.

Lukas Bauer hatte seine Karriere in Leutershausen eigentlich beendet , hilft aufgrund der Personalnot aber noch aus. Foto: Steffen Hoffmann
Lukas Bauer hatte seine Karriere in Leutershausen eigentlich beendet , hilft aufgrund der Personalnot aber noch aus.

Trotzdem freuen sich Spieler und Trainer natürlich darauf, dass es jetzt endlich ernst wird. „Die Vorbereitung ist für die Spieler selten schön, es wird Zeit, dass es jetzt losgeht“, lacht der Trainer, der sich über diverse Trainingsbesucher freut. Zwar ist der ewig junge Mathias Conrad nun tatsächlich in den Ruhestand getreten, doch die Rechtsaußen Lukas Bauer und der letztjährige Kapitän Max Schmitt helfen ebenso aus wie Johnny Scholz auf der linken Außenbahn, um diese Positionen zumindest doppelt besetzen zu können.

Tobias Schetters hilft aus

Hinzu kommt Tobias Schetters, eigentlich spielender Co-Trainer des S3L-Regionalligateams, der als Allrounder auch in der Abwehr mehr als ein Lückenfüller ist. „Wir werden für Samstag trotzdem eine Mannschaft haben, die versuchen wird, mit dem Zweitligisten mitzuhalten. Auch wenn die Voraussetzungen schwierig sind, wird uns dieses Spiel unter Wettkampfbedingungen eine Woche vor dem Saisonstart in Gelnhausen zeigen, wie wir uns einordnen können.“

Thorsten Schmid trainierte in der vergangenen Saison die SG Leutershausen und ist jetzt für das S3L-Team in der 3. Liga verantwortlich. Foto: Marco Schilling
Thorsten Schmid trainierte in der vergangenen Saison die SG Leutershausen und ist jetzt für das S3L-Team in der 3. Liga verantwortlich.

Zwei Testspiele gegen Drittliga-Konkurrenten hat die S3L verloren, Abläufe einzustudieren ist unter den gegebenen Umständen so gut wie unmöglich. Von daher sei ein Saisonziel „momentan schwierig festzulegen.“ Noch dazu wurde die S3L ja aus der Süd- in die Südwest-Staffel eingruppiert, gegen Gegner, gegen die man teilweise noch nie beziehungsweise schon lange nicht mehr gespielt hat.

Wieder vorne mitspielen

Gut, dass die neue Handball-Landschaft wenigstens für Schmid als ehemaligem Coach des Drittligisten MSG Groß-Bieberau/Modau und Referenten beim Hessischen Handball-Verband nicht fremd ist. „Natürlich wollen wir nach den Erfahrungen der letzten Saison und unserem dritten Platz auch dieses Jahr wieder vorne mitspielen. Aber wir werden aufgrund unserer Personallage einige Abstriche machen müssen. Das Trainingsdefizit, das unsere Verletzten gerade haben, wird uns wohl die gesamte Runde begleiten.“