Die S3L hat unglaubliches Verletzungspech
Das Drittliga-Team von Saase3Leutershausen stellt sich beim DHB-Pokalspiel am Samstag von selbst
„Beim Ein- und Auswechseln kann ich keine Fehler machen.“ Thorsten Schmid, Trainer des Handballteams Saase3Leutershausen, nimmt die aktuelle Personallage beim Drittligisten mit Galgenhumor. Denn die Mannschaftsaufstellung für das erste Pflichtspiel im DHB-Pokal am Samstag um 20 Uhr gegen Zweitligist Eintracht Hagen stellt sich quasi von selbst. Acht der 18 Spieler in der Kaderliste sind verletzt – und das teilweise noch richtig lang. Ohne Unterstützung der zweiten Mannschaft und der Männer, die eigentlich in die Handball-Rente hatten einsteigen wollen, sähe es nicht gelb-rot, sondern schwarz aus für den Saisonstart.
Die S3L in der 3. Liga
Der Kader: Tor: Alexander Hübe, Sebastian Ullrich. Linksaußen: Max Kessler, Niklas Schwenzer. Rückraum links: Sven Schreiber, Leon Keller, Philipp Alt. Mitte: Tim Götz, Max Preller, Bastian Seitz, Hannes Weindl. Rückraum rechts: Luca Mastrocola, Yessine Meddeb. Rechtsaußen: Simon Spilger, Fabian Schwarzer. Kreis: Niklas Krämer, Nikola Sorda, Tim Burkard.
Trainer: Thorsten Schmid (2. Saison), Co-Trainer: Livio Ianos.
Saisonziel: oben mitspielen.
Favoriten: SC „Saargold“ Saarlouis-Lisdorf, HSG Krefeld-Niederrhein
Simon Spilger (Wade) und Tim Burkard (Schulter) kamen schon verletzt vom TVG Großsachsen , Yessine Meddeb (Knie) und Bastian Seitz (Schulter) verletzten sich im Vorbereitungsspiel. Max Preller musste sich einer geplanten Hand-Operation unterziehen und wird voraussichtlich erst im November wieder trainieren können, Torhüter Alexander Hübe wird auch noch ein wenig brauchen, ehe er nach seiner Meniskus-Operation wieder einsteigen kann.
Gleich acht Verletzte
Neuzugang Niklas Schwenzer machte nach überstandener Kreuzband-Reha seine ersten Testspiel-Minuten, wird aber noch etwas Zeit brauchen, um wieder in der 3. Liga anzukommen. Leon Keller, der sich die gleiche Verletzung noch bei den Rhein-Neckar Junglöwen zugezogen hat, wird voraussichtlich erst ab Dezember einsatzfähig sein. „Unser Hauptaugenmerk liegt aktuell darauf, die Trainingsbelastung so zu steuern, dass die, die die Hauptlast tragen, unversehrt bleiben“, sagt Schmid. Unter optimalen Voraussetzungen versteht man in Leutershausen sicher anderes.
Trotzdem freuen sich Spieler und Trainer natürlich darauf, dass es jetzt endlich ernst wird. „Die Vorbereitung ist für die Spieler selten schön, es wird Zeit, dass es jetzt losgeht“, lacht der Trainer, der sich über diverse Trainingsbesucher freut. Zwar ist der ewig junge Mathias Conrad nun tatsächlich in den Ruhestand getreten, doch die Rechtsaußen Lukas Bauer und der letztjährige Kapitän Max Schmitt helfen ebenso aus wie Johnny Scholz auf der linken Außenbahn, um diese Positionen zumindest doppelt besetzen zu können.
Tobias Schetters hilft aus
Hinzu kommt Tobias Schetters, eigentlich spielender Co-Trainer des S3L-Regionalligateams, der als Allrounder auch in der Abwehr mehr als ein Lückenfüller ist. „Wir werden für Samstag trotzdem eine Mannschaft haben, die versuchen wird, mit dem Zweitligisten mitzuhalten. Auch wenn die Voraussetzungen schwierig sind, wird uns dieses Spiel unter Wettkampfbedingungen eine Woche vor dem Saisonstart in Gelnhausen zeigen, wie wir uns einordnen können.“
Zwei Testspiele gegen Drittliga-Konkurrenten hat die S3L verloren, Abläufe einzustudieren ist unter den gegebenen Umständen so gut wie unmöglich. Von daher sei ein Saisonziel „momentan schwierig festzulegen.“ Noch dazu wurde die S3L ja aus der Süd- in die Südwest-Staffel eingruppiert, gegen Gegner, gegen die man teilweise noch nie beziehungsweise schon lange nicht mehr gespielt hat.
Wieder vorne mitspielen
Gut, dass die neue Handball-Landschaft wenigstens für Schmid als ehemaligem Coach des Drittligisten MSG Groß-Bieberau/Modau und Referenten beim Hessischen Handball-Verband nicht fremd ist. „Natürlich wollen wir nach den Erfahrungen der letzten Saison und unserem dritten Platz auch dieses Jahr wieder vorne mitspielen. Aber wir werden aufgrund unserer Personallage einige Abstriche machen müssen. Das Trainingsdefizit, das unsere Verletzten gerade haben, wird uns wohl die gesamte Runde begleiten.“