Im Gespräch

"Iani" ist schon längst ein Heisemer

Nach dem Rücktritt von Trainer Thorsten Schmid übernimmt „Co“ Liviu Ianos morgen im Heimspiel gegen Krefeld das Ruder.

Liviu Ianos (Archivbild)  feiert am Samstag 57. Geburtstag und hätte von der S3L gerne ein Geburtstagsgeschenk in Punkteform. Foto: Marco Schilling
Liviu Ianos (Archivbild) feiert am Samstag 57. Geburtstag und hätte von der S3L gerne ein Geburtstagsgeschenk in Punkteform.

Hirschberg. Er ist Allzweckwaffe und Identifikationsfigur: Liviu Ianos gilt schon als Einheimischer. Fast die Hälfte seines Lebens verbrachte der Mann, der morgen 57 Jahre alt wird, an der Bergstraße und fand 1997 bei der SG Leutershausen eine neue Heimat. Sportlich und menschlich. Denn für die Teufel war der rumänische Nationaltorhüter nicht nur auf dem Handballfeld ein Glücksgriff, auch das Vereinsleben allgemein bereicherte „Iani“ in vielen Bereichen.

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

2010 beendete er als 42-Jähriger seine aktive Karriere, war da schon Trainer der zweiten Mannschaft und Jugend, kümmerte sich mit herausragender Expertise immer um den Torhüter-Nachwuchs und lebte seinen Sport auch als Schiedsrichter. Jetzt wird der Co-Trainer des Handball-Drittligisten S3L „Chef“. Thorsten Schmid hatte in dieser Woche aus persönlichen Gründen sein Engagement vorzeitig beendet. Wir fragten vor dem Heimspiel gegen Spitzenreiter HSG Krefeld-Niederrhein am Samstag um 19.30 Uhr nach beim Mann, der alles kann.

Thorsten Schmid trat in dieser Woche als Trainer zurück. Foto: Marco Schilling
Thorsten Schmid trat in dieser Woche als Trainer zurück.

Liviu, Sie bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage?

Liviu Ianos: Es ist schade für Thorsten und die S3L, dass man die letzten acht Spiele nicht zu einem sauberen Ende bringen konnte. Ich habe noch einmal mit ihm telefoniert und verstehe, dass er seine persönlichen Gründe hatte. Jetzt hoffe ich, dass mir die Jungs helfen werden.

Inwiefern brauchen Sie Hilfe?

Ianos: Ich liebe und lebe Handball, gehe nach meiner Arbeit von 8 bis 17 Uhr ein Viertelstündchen nach Hause, um mich hinzulegen, und stehe dann wieder in der Halle. Da bin ich jeden Abend, außer mittwochs. Aber ich habe nicht die Zeit, neben meinem Fulltime-Job auch noch eine adäquate Spielvorbereitung mit Gegneranalyse und Videoschneiden zu machen – und das auch noch für jeden Spieler. Das werde ich mit Niklas Krämer und Sven Schreiber als Führungsspieler der Mannschaft auch besprechen und dann sehen wir, was die Jungs brauchen.

Also können Sie sich nicht vorstellen, die ausstehenden acht Spiele in der Verantwortung zu sein?

Ianos: Ich hoffe, dass der Verein da eine andere Zwischenlösung finden wird.

In Ihrer langjährigen Trainerkarriere waren sie schon mal Interimstrainer.

Ianos: Ja, einmal, als Marc Nagel seine A-Lizenz verlängern musste. Das war gegen Oftersheim/Schwetzingen und da waren die Jungs so heiß, dass das von alleine lief. Und einmal als Vertreter vom damals kranken Thorsten Schmid in der vergangenen Runde gegen Pfullingen (26:28-Niederlage Anm. d. R.).

Wie ist denn die Lage bei der S3L und im Team vor dem Spiel gegen Spitzenreiter Krefeld nach dem Trainer-Rücktritt?

Ianos: Ich bin ja kein Freund von Fasching, aber die Faschingspause hat uns definitiv geholfen. Bis auf die Langzeitverletzten sind alle wieder dabei und motiviert. Sie wollen zeigen, dass der ganz schlechte Tage in Krefeld nicht die wahre Qualität der Mannschaft zeigt (24:37 Anm. d. R.). Ob das dann reichen wird, um zu gewinnen, werden wir sehen müssen.

Normalerweise sind Sie in den Einheiten für die Torhüter zuständig. Dafür war in dieser Woche keine Zeit.

Ianos: Ulle (Philipp Ullrich) und ich arbeiten schon so lange zusammen, dass ein Blick reicht, damit er weiß, was zu tun ist.

Apropos lange Zusammenarbeit – Sie standen noch mit 42 im SGL-Tor. Ein Rekord, den Alex Hübe noch einstellen könnte, wenn er in dieser Runde doch noch einmal zum Einsatz kommt.

Ianos: Ich würde es ihm gönnen. Aber nach so einer langen Pause zurückzukommen, ist schwer. Bei mir war mit 42 Schluss, das war gut für den Körper und sie Seele. Ich habe kein einziges Mal mehr mittrainiert. Und das war genau richtig.