Fußball

Wie sich Amateurvereine für den DFB-Pokal qualifizieren können

Die TSG 1862/09 Weinheim, Fortuna Heddesheim und der FV Leutershausen starten 2024/25 im BFV-Verbandspokal. Der Weg zu Geld und Ruhm ist jedoch weit.

Nachdem es über die Liga nicht geklappt hatte, sicherte sich der SV Sandhausen mit einem 8:0 über den 1. FC Mühlhausen am Finaltag der Amateure nicht nur den Titel im bfv-Rothaus-Pokal, sondern auch ein Ticket für die erste Runde im DFB-Pokal 2024/25. Foto: GES/Badischer Fußballverband
Nachdem es über die Liga nicht geklappt hatte, sicherte sich der SV Sandhausen mit einem 8:0 über den 1. FC Mühlhausen am Finaltag der Amateure nicht nur den Titel im bfv-Rothaus-Pokal, sondern auch ein Ticket für die erste Runde im DFB-Pokal 2024/25.

Offiziell hat die Fußballsaison 2024/25 erst am 1. Juli begonnen, einige Vereine der Region (unter anderem Oberligist VfR Mannheim) sind jedoch schon deutlich früher in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit gestartet. Und das aus gutem Grund: Denn bereits vor dem ersten Rundenspiel stehen für die Mannschaften aus dem Fußballkreis Mannheim die ersten Pflichtspiele in den Pokalwettbewerben auf dem Programm – unabhängig von der Klassenzugehörigkeit.

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Wann beginnen die Pokalspiele der Saison 2024/25?

So steht beispielsweise schon am 4. August die erste Runde des Kreispokals an, bis zum ersten Spieltag der Kreisliga und der Kreisklassen A und B (Anfang September) sollen insgesamt bereits fünf Pokalrunden absolviert sein. Kaum anders sieht es für die 41 Vertreter der Region Rhein-Neckar im 114 Mannschaften umfassenden Teilnehmerfeld des badischen Verbandspokals aus: Sie starten sogar schon am Wochenende 20./21. Juli in den Wettbewerb.

Welche Bedeutung haben die regionalen Pokalwettbewerbe überhaupt?

Zunächst einmal garantiert schon das Erreichen des Verbandspokalfinals eine große mediale Aufmerksamkeit: Die Partie wird im Rahmen des „Finaltags der Amateure“ live im Fernsehen übertragen. Neben den Mannschaften der Ersten und Zweiten Liga (jeweils 18) des abgelaufenen Spieljahres sowie den besten vier Teams der Dritten Liga qualifizieren sich zudem auch die Verbandspokalsieger der 21 Landesverbände für die Teilnahme am DFB-Pokal. In der ersten Hauptrunde des Wettbewerbs bekommen sie einen Erst- oder Zweitligisten zugelost.

Neben dem sportlichen Anreiz sind somit auch erhebliche Einnahmen aus dem Ticketverkauf garantiert. Noch lukrativer sind jedoch die garantierten Einnahmen aus den TV-Einnahmen und den Erlösen aus den Exklusivpartnerschaften des DFB. So erhielt allein jeder Verein in der ersten Runde der abgelaufenen Saison den Festbetrag von 215.600 Euro . Mit dem Erreichen jeder weiteren Runde (bis zum Halbfinale) wird der Betrag jeweils verdoppelt.

Welche Mannschaften sind für den Verbandspokal qualifiziert?

Für den Verbandspokal sind automatisch alle Drittliga-, Regionalliga-, Oberliga-, Verbandsliga- und Landesligavereine Nordbadens der laufenden Spielzeit qualifiziert sowie die Landesligaabsteiger der vorangegangenen Spielzeit. Außerdem qualifizieren sich für jeden der neun Fußballkreise Nordbadens – abhängig von der Größe des Kreises – vier bis acht Mannschaften über die Kreispokale der Vorsaison für den „bfv-Rothaus-Pokal“.

Für die Kreise Tauberbischofsheim, Buchen, Mosbach, Sinsheim und Bruchsal sind es die Halbfinal-Teilnehmer. Für die Kreise Heidelberg, Mannheim und Pforzheim nehmen neben den Halbfinal-Teilnehmern auch zwei Verlierer der Viertelfinalspiele teil. Der Kreis Karlsruhe stellt gar alle acht Viertelfinal-Teilnehmer.

Welche Teams aus der Region nehmen am Wettbewerb teil?

Mit von der Partie sind bei der diesjährigen Auflage neben den Drittligisten SV Waldhof Mannheim und SV Sandhausen auch Regionalligist FC-Astoria Walldorf sowie Oberligist VfR Mannheim.

Ausgelassen feierte der FV Leutershausen in der vergangenen Saison den Kreispokalsieg und die damit verbundene Qualifikation für den Verbandspokal. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Ausgelassen feierte der FV Leutershausen in der vergangenen Saison den Kreispokalsieg und die damit verbundene Qualifikation für den Verbandspokal.

Weiter sind die beiden Verbandsligisten TSG 1862/09 Weinheim und Fortuna Heddesheim, Landesligist TSV Amicitia Viernheim sowie der amtierende Kreispokalsieger FV Leutershausen (Kreisliga) im Teilnehmerfeld vertreten.

Wann wurden die ersten Paarungen ausgelost?

Die ersten vier Runden des Verbandspokals wurden „auf einen Schlag“ am Dienstag, 2. Juli, ausgelost, wobei die ersten drei Runden noch innerhalb der drei Regionen Odenwald, Rhein-Neckar und Mittelbaden gelost und gespielt werden. Nur eine Woche nach den insgesamt 54 Erstrundenpartien (drei Freilose, unter anderem für den Vorjahres-Finalisten 1. FC Mühlhausen) findet demnach schon die zweite Runde statt. Die Auslosung zum Mannheimer Kreispokal ging am Sonntag, 7. Juli, über die Bühne.

Welche Spiele stehen in der ersten Runde an?

Einen absoluten Hochkaräter bekam der FV Leutershausen zugelost, der es mit dem VfB Eppingen aus der Verbandsliga zu tun bekommt. „Nicht ganz so einfach, würde ich sagen“, lachte FVL-Spielleiter Marcel Fischer, der sich auf die Außenseiterrolle freut. Nicht allzu weit ist die Reise der TSG 1862/09 Weinheim zum ASV Eppelheim, wohingegen der FV Fortuna Heddesheim zur SG Tairnbach muss. Stadtderbys gibt es zwischen SC Rot-Weiß Rheinau und VfR Mannheim und Türkspor Mannheim gegen VfB Gartenstadt. Attraktiv ist auch das Derby SpVgg 06 Ketsch und SV 98 Schwetzingen. Der TSV Amicitia Viernheim muss zum FV Brühl.

Wann greifen die Dritt- und Viertligisten ins Geschehen ein?

In der dritten Runde mit dann 16 Begegnungen greifen schließlich auch die Drittligisten SV Waldhof und SV Sandhausen sowie Regionalligist Walldorf als klassenhöchste Vertreter in den Wettbewerb ein. Spieltermine sind am 3./4. August. Das Achtelfinale ist standardmäßig für das Wochenende 10./11. August vorgesehen, wobei ab dem Achtelfinale mehrere Termine eingeplant sind, um auf die einzelnen Spielklassen der teilnehmenden Mannschaften reagieren zu können. Erst ab dem Viertelfinale wird dann neu ausgelost.

Wer ist eigentlich der Rekordsieger des BFV-Pokals?

Der Pokalsieger des Badischen Fußballverbandes wird seit der Saison 1949/50 ermittelt. Unangefochtener Rekord-Cupsieger ist der SV Sandhausen mit 13 Siegen, gefolgt vom Karlsruher SC (7) und dem SV Waldhof (5). Nach dem Abstieg aus der 2. Liga im vergangenen Jahr war der SVS nicht mehr automatisch für den DFB-Pokal in der Saison 2024/25 qualifiziert, auch über die Liga schafften es Diekmeier & Co. nicht. Allerdings gelang am "Finaltag der Amateure" ein ungefährdeter 8:0-Sieg gegen den Verbandsligisten 1. FC Mühlhausen - der sechsstellige Festbetrag für die erste Runde war somit gesichert.

Die meisten Titel in Folge erzielte die TSG Hoffenheim, indem sie von 2002 bis 2005 vier Mal hintereinander den Cup gewann. Die erfolgreichste Kommune in diesem traditionsreichen Wettbewerb ist unterdessen die Stadt Mannheim mit 13 Titeln, die durch die Vereine SV Waldhof (1998, 1999, 2020, 2021, 2022), VfR Mannheim (1972, 1997, 2001), ASV Feudenheim (1966, 1968), VfL Neckarau (1957, 1967) und FC Germania Friedrichsfeld (1970) errungen wurden.

Wie haben sich die Bergsträßer Vereine in der Vergangenheit geschlagen?

Zweimal (1975 und 1990) durfte sich auch der damalige FV 09 Weinheim in die Siegerliste eintragen. Der Pokalsieg 1990 war seinerzeit zugleich der Wegbereiter für den Erstrunden-Coup im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München am 4. August 1990. Durch ein Elfmetertor von Thomas Schwechheimer hatte der FV 09 damals mit 1:0 gegen den Rekordmeister gewonnen.