Handball

Komplett unterschiedliche Wahrnehmungen bei S3L

Die S3L-Frauen wollen nach dem Trainer-Rauswurf wieder zurück zum Sportlichen und brauchen dafür am Samstag einen Heimsieg. Am Sonntag gibt es ein „Endspiel“ für das Regionalliga-Team.

Lisa Stein wird in den letzten sechs Spielen auch die Verbandsliga-Handballerinnen der Spielgemeinschaft betreuen. Foto: Katrin Oeldorf
Lisa Stein wird in den letzten sechs Spielen auch die Verbandsliga-Handballerinnen der Spielgemeinschaft betreuen.

Hirschberg. Während die beiden Herrenteams der Spielgemeinschaft Saase3Leutershausen die Schlagzeilen regelmäßig mit ihren Personalsorgen beherrschen, liefen die S3L-Frauen weitgehend unter dem Radar und machten ihr Ding. Zuletzt kletterten die Verbandsliga-Handballerinnen sogar wieder zurück an die Tabellenspitze – und entließen tags darauf Trainer Steffen Piffkowski. Das knallte.

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In einer Pressemitteilung nannte die S3L dafür noch einmal spezifische Gründe: „Der Umgang mit einzelnen Spielerinnen, vor allem beim Spiel gegen Vogelstang“ (18:37-Niederlage am 18. Januar, Anm. d. Red.) habe – wie auch generell „die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer in den letzten Wochen“ – einfach nicht mehr gestimmt. „Natürlich tut man sich schwer eine Zusammenarbeit zu beenden, wenn man aktuell Tabellenführer ist, aber ein Tabellenplatz ist eben nur ein Teil des Gesamten, was wir beachten müssen“ wird Tobias Brahm, der bei der Spielgemeinschaft als Sportlicher Leiter für den gesamten Damen- und Jugendbereich verantwortlich ist, zitiert.

Letztlich hatte es offenbar zwei Wahrnehmungen gegeben: die von Steffen Piffkowski und die der Verantwortlichen. Die Mannschaft selbst wollte sich nicht äußern und „das Thema und damit einhergehende Statements der Vereinsführung überlassen“. Das Team sei aber in den Prozess miteinbezogen gewesen.

Umgang mit Spielerinnen in der Kritik

Allzu hoch soll das Thema auch nicht mehr gehängt werden. „Es war uns klar, dass wir uns mit diesem Schritt in der Öffentlichkeit keinen großen Gefallen tun. Aber es gab ein Meinungsbild, nachdem wir in der Abteilungsleitung dann handeln mussten“, sagt Lisa Stein. Die Zweitmannschaftstrainerin wird in den letzten sechs Spielen nun auch mit Unterstützung von ihrem Trainerkollegen Tobias Heinecke Chefin der ersten Mannschaft sein. Wobei sie sich so nicht sieht. „Natürlich muss es jemanden geben, der am Ende die Entscheidungen trifft. Aber wir sind auf die Unterstützung der Mannschaft angewiesen und beziehen die natürlich mit ein.“ Den Traum vom Verbandsliga-Titel träumen schließlich alle.

Faktisch trainieren beide Mannschaften auch zur gleichen Zeit, sodass sich das Trainerduo um beide Teams kümmern kann. Ein gemeinsames Training gab es zuletzt allerdings nicht mehr. Während die zweite Mannschaft in der Landesliga bereits in der Faschingspause ist, muss die erste am Samstag um 20 Uhr nochmals ran: Gegner in der Sachsenhalle ist dann der TSV Handschuhsheim, der nur zwei Verlustpunkte mehr aufweist als der Tabellenführer S3L. „Das wird nicht einfach. Uns fehlen drei Spielerinnen aus den ersten Sechs. Aber wir sind so breit aufgestellt, dass wir das auffangen können“, sagt Stein.

Herbert Fath macht weiter

Auch das Herren-Verbandsligateam hat ein Heimspiel, allerdings zu ungewohnter Zeit am Sonntag um 14.30 Uhr. Da empfängt S3L III vor dem wichtigen Abstiegsduell der Regionalliga-Herren um 17 Uhr gegen die TSG Söflingen den TSV Rintheim. Die Mannschaft von Trainer Herbert Fath steht derzeit auf dem viertletzten Platz und ist bei acht noch ausstehenden Spielen zehn Punkte vom sechsten Platz entfernt, der noch zu Relegationsspielen um den Ligaverbleib berechtigen würde. Den will der TSV Rintheim aber natürlich verteidigen und ist in Großsachsen Favorit. Dass die Herren III auch in der kommenden Saison dann in der Landesliga in Großteilen zusammenbleiben werden, bestätigte zuletzt deren Sportlicher Leiter Torsten Frohn. „Auch mit Herbert Fath (kleines Bild: Kathrin Oeldorf) machen wir weiter. Wir sind zufrieden, wie es läuft. Vor allem auch, was die Nachwuchsarbeit angeht. Unsere aus der A-Jugend kommenden Spieler rücken direkt in die Herrenkader.“

Herbert Fath wird die Herren III auch in der kommenden Saison betreuen. Foto: Katrin Oeldorf
Herbert Fath wird die Herren III auch in der kommenden Saison betreuen.

Drittliga-Team in Opladen

Nach dem begeisternden 29:28-Erfolg in letzter Sekunden gegen den Longericher SC Köln ist das Drittliga-Team beim Tabellensiebten in Opladen gefordert. Am Samstag um 19.30 Uhr wird in der Bielertsporthalle in Leverkusen erneut Kampfgeist gefordert sein, denn zum zuletzt so starken Rumpfkader wird maximal Niklas Krämer nach überstandener Krankheit dazustoßen. Simon Spilger wurde gegen Longerich nicht eingesetzt und pausiert auch am Samstag, um dem Regionalligateam von S3L II beim „Endspiel“ gegen Söflingen zu helfen. Auch Bastian Seitz soll im Liga-Endspurt zum Klassenverbleib verhelfen.

Simon Spilger soll dem Regionalligateam als einer der Führungsspieler zum Ligaverbleib verhelfen. Foto: Gian-Luca Heiser
Simon Spilger soll dem Regionalligateam als einer der Führungsspieler zum Ligaverbleib verhelfen.

Abstiegskracher in Großsachsen

Denn dafür sollen bei der S3L alle Kräfte gebündelt werden. Durch den Sieg der MTG Wangen und der eigenen Niederlage in Plochingen ist der Rückstand von S3L II auf die Nichtabstiegsplätze seit dem vergangenen Wochenende auf drei Punkte angewachsen. Die Handballer aus dem Ulmer Stadtteil Söflingen stehen zwar fünf Punkte hinter den Bergsträßern auf dem vorletzten Tabellenplatz, haben allerdings auch zwei Spiele weniger ausgetragen. Die Gastgeber wollen den Abstand zu den rettenden Plätzen auf einen Zähler verkürzen und Söflingen muss gewinnen, um überhaupt noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben.

Die Partie hat Endspielcharakter – das weiß auch S3L-Trainer Timo Baumann: „Wir müssen die Ruhe behalten und selbstbewusst auftreten. Wir werden Söflingen auf keinen Fall unterschätzen, müssen aber auch zeigen, dass wir zu Hause spielen.“ Im Hinspiel behielt S3L mit 32:27 die Oberhand. Die Mannschaft hofft am Sonntag erneut auf Unterstützung der Fans, die den Gang in die Sachsenhalle mit dem Gang an die Wahlurne zur Bundestagswahl verbinden können. Spannung also auf allen Ebenen. hm